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Wolfen: Karnevalisten mit Herz

Uhr | Aktualisiert 03.02.2013 18:57 Uhr
Zwei Jahre dauert die Amtszeit des Zscherndorfer Prinzenpaares Andreas II. und Anja II. Müde sind sie noch lange nicht. Von Adolf Stenuf und den anderen Bewohnern der Wohnstätte Wolfen wurden sie mit Zschernaria Helau und Prost empfangen. Die Karnevalsorden kamen aus dem Rheinland. (FOTO: ULF ROSTALSKY) 
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Der Karnevalsclub Zscherndorf organisierte einen Fasching für Behinderte. KCZ-Präsident Manfred Franke konnte am Freitagabend mehr als 100 Behinderte aus dem ganzen Altkreis Bitterfeld begrüßen.
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Zscherndorf/MZ. 

Drei, zwei, eins und Prost: Ortrud Kettner, Adolf Stenuf und die anderen Bewohner der Wohnstätte Wolfen sind bestens gelaunt. "Wir feiern Fasching", tönen die Frauen und Männer, die auch ohne Alkohol auf Touren kommen. Kaffee, Limonade, ein paar belegte Brote. Die Party kann beginnen.

Die Wolfener sind zu Gast beim Karnevalsclub Zscherndorf (KCZ). "Zschernaria Hellau", rufen die Jecken. Sie stehen für gute Laune und tragen das Herz auf dem rechten Fleck. Fasching soll Freude bringen: für das ganz normale Narrenvolk, für Senioren und die Kinder. Seit Jahr und Tag gibt es diese Angebote. Die Party lief, von einer Lücke im Angebot war nichts zu spüren. "Dabei gibt es so viele Menschen, die gerne feiern würden, den Weg zum Fasching aber allein nicht meistern", erzählt Georg Kuropka. Deshalb hatte seine Tochter Monika vor fünf Jahren die Idee, einen Fasching für und mit Behinderten aus der Region zu feiern. Sie begeisterte die Familie, diese wiederum den Lionsclub und die Christdemokraten. "Ohne Faschingsclub geht aber gar nichts", spielte Kuropka den Narren den Ball zu.

Die Jecken haben sich nicht lange bitten lassen. Sie nahmen den Benefizfasching als zusätzlichen Termin ins Programm auf und trafen mit dem Angebot voll ins Schwarze. Menschen mit Handicap feiern seit fünf Jahren ihre große Fete in Zscherndorf. "Zschernaria Hellau" - das geht ihnen locker über die Lippen. Und die Narren freuen sich.

"Das ist so ein dankbares Publikum. Da braucht es keine lange Anlaufphase", erzählt KCZ-Präsident Manfred Franke, der an diesem Freitagabend mehr als 100 Behinderte aus dem ganzen Altkreis Bitterfeld begrüßen konnte, in Narrhalla. Adolf Stenuf rückt die Clownsmaske zurecht. Ortrud Kettner zupft am Hexenkostüm. Alles muss sitzen. Ordnung muss sein.

Das sieht Heiko Hobusch nicht anders. Der junge Mann wohnt bei der Caritas, ist für einen Abend Polizist und schwer verliebt in eine Nonne. Nein, es ist nichts Anstößiges dabei. Im Arm hält er Karin Matthei. "Meine Verlobte", erklärt er und ist ganz Ohr. Einmarsch. In Rot und Weiß rücken die Jecken an. Die Party beginnt, die Menschen mit Handicap sind keine Randfiguren. Sie sind mittendrin.

Die Prinzenpaare gibt es doppelt. Lucas und Lenja stehen für die Kinder, Andreas und Anja führen die erwachsene Narrenschar an. Es ist für beide Paare die zweite Amtszeit. "Warum sollten wir die Paare nach einer Session wechseln? Da sind sie gerade richtig drin", fragt Franke. Mit dem Elferrat ist er einmarschiert in den Saal, in dem mit Annett Hardow und Silvio Appelt zwei alte Bekannte die Regie übernommen haben. Die Moderatoren geben sich spanisch. Doch das ist nur eine Laune. Der Fasching in Zscherndorf kommt ohne Motto aus. Vielfalt ist Programm, gute Laune Pflicht.

Schlümpfe springen übers Parkett, Udo Jürgens trällert im weißen Bademantel, Undercover zeigen Bein und Star-Wars-Krieger marschieren auf. Jubel, Applaus und jede Menge Orden. "Haben wir aus dem Rheinland organisiert", erzählt Georg Kuropka und hängt den Jecken die Plaketten um.

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