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Überschneidung bei Sport-Events an der Goitzsche: Zwei Läufe sind einer zu viel

Am Goitzsche-Marathon nahmen in den Vorjahren Sportler aus vielen unterschiedlichen Regionen und Ländern teil.

Am Goitzsche-Marathon nahmen in den Vorjahren Sportler aus vielen unterschiedlichen Regionen und Ländern teil.

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Archiv/andré Kehrer

Bitterfeld -

Der Goitzsche-Marathon schlägt weiter hohe Wellen: Während die diesjährige Laufveranstaltung wegen eines Rechtsstreits komplett ins Wasser fiel, sollen am 8. Mai nächsten Jahres gleich zwei große Sport-Events rund um den See stattfinden. Geplant ist zum einen der als Halbmarathon angelegte „Goitzsche-Seenlauf“ des Bitterfelder SV 2000 (BSV).

Präsidium will über Fall beraten

Zum anderen ist da der „Goitzsche-Marathon“ des Seen-Dachverbandes, dem mehrere Vereine angehören. Dass zwei unterschiedliche Organisatoren zwei ähnliche Veranstaltungen nicht nur am selben Tag, sondern auch auf sich überschneidenden Strecken durchführen wollen, sorgt indes für Irritationen, die selbst der Leichtathletikverband von Sachsen-Anhalt zur Kenntnis genommen hat. Am 2. November will das Präsidium über diesen Fall beraten. Verbands-Laufwart Andreas Broska meint dazu: „Es ist nicht ungewöhnlich, dass es mehrere Veranstaltungen an einem Tag und in einer Region geben kann.“ Allerdings sei es normalerweise so, dass zwischen zwei Marathonstrecken mindestens 50 Kilometer Luftlinie liegen und dass dem älteren Lauf ein Vorrang eingeräumt wird.

Grund für Überschneidung

Aber was ist nun der Grund für die Überschneidung? Dazu meint BSV-Vorsitzender Uwe Holz: „Wir hatten keine Konkurrenzveranstaltung geplant.“ Der Goitzsche-Seenlauf fand ursprünglich immer Mitte des Jahres statt. Allerdings gingen bei dem Halbmarathon zuletzt keine 40 Sportler mehr an den Start. „Das lag auch an den Läufen, die zeitgleich in anderen Bundesländern stattfanden.“ Daher habe man sich umorientiert. „Und der 8. Mai ist frei gewesen.“ Dass der Verein nach MZ-Informationen bislang weder beim Zweckverband Goitzsche noch bei der Goitzsche Tourismusgesellschaft die Nutzung der Wege und Flächen angemeldet hat, bestätigt Holz und meint: „Die Briefe werden in dieser Woche aber abgeschickt.“

Das BSV-Vorgehen bewerten die Mitglieder des Dachverbandes, der den Goitzsche-Marathon organisiert, unterschiedlich. „Dieser traditionelle Lauf hat seit 2006 immer am ersten Mai-Wochenende stattgefunden“, sagt Jörg Lipka. Obwohl dies der BSV wusste, habe der Verein ohne Absprache seine Veranstaltung auf diesen Termin vorverlegt. „Und das war uns bei der internen Terminabstimmung im Vorfeld der Anmeldung so noch nicht bekannt“, sagt Dachverbandvorsitzender Lars Schindler. „Der 8. Mai war für alle Beteiligten der günstigste Termin.“ Ein Grund dafür ist auch, dass die Mitglieder der Wassersportvereine, die die Veranstaltung unterstützen, sich danach wieder ihrer Wettkampfsaison widmen müssen.

Positives Bild nach außen

Stellt sich die Frage: Werden wegen der verhärteten Fronten zwischen BSV und Dachverband nun also tatsächlich zwei Massen-Events an ein und demselben Tag stattfinden? Sowohl Holz als auch Schindler haben gegenüber der MZ Gesprächsbereitschaft signalisiert. Dass es durchaus noch einen Konsens geben könnte, darauf lassen die Aussagen beider schließen. „Mir ist es wichtig, dass wir mit der Veranstaltung ein positives Bild nach außen vermitteln“, sagt Holz. Und Schindler meint: „Wir müssen die Kräfte bündeln, um der Sache gerecht zu werden.“

Dass nun zwei Organisatoren ihren Marathon am gleichen Tag durchführen wollen, hängt auch mit dem Rechtsstreit zwischen der Goitzsche Grundstückgesellschaft (GTG) und dem Run e.V. zusammen. Der hallesche Verein hat sich seit 2012 um den Goitzsche-Marathon gekümmert. Nach dem Verkauf des Sees verlangte der neue Eigentümer von dem Veranstalter eine Nutzungsgebühr in Höhe von 2 000 Euro. Ein im Jahr 2013 abgeschlossener Vertrag zwischen beiden Parteien wurde nach dem Lauf durch den Verein wieder gekündigt. Dagegen klagte die GTG und stellte ihre Flächen nicht mehr zur Verfügung. Der diesjährige Lauf musste daraufhin abgesagt werden und der Run-Verein war de facto aus dem Rennen.

Nutzungsentgelt soll gespendet werden

Das Amtsgericht Halle hat Mitte Oktober der GTG nun Recht gegeben. Demnach sei die getroffene Nutzungsvereinbarung wirksam, da die Gesellschaft ihre Vertragspflichten erfüllt hat. Der Verein muss demnach ein Nutzungsentgelt in Höhe von 2 380 Euro an die GTG entrichten. GTG-Geschäftsführer Ingo Jung kündigte an, das Geld dem Dachverband zur Durchführung des Goitzsche-Marathons zu spenden. (mz)


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