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Sparkasse Anhalt-Bitterfeld: Verbraucherschützer klagen wegen Kündigung von Sparverträgen

Das Sparschwein steht als Symbol fürs Geldanlegen. Die Banken werben um die Gunst der Kunden.

Das Sparschwein steht als Symbol fürs Geldanlegen. Die Banken werben um die Gunst der Kunden.

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dpa

Bitterfeld-Wolfen -

„Je länger, je lieber - so heißt das Motto beim Prämiensparen. Denn je länger Sie Ihr Geld anlegen, desto lieber schauen Sie auf Ihre Kontoauszüge.“ Mit diesem Slogan hat auch die Sparkasse Anhalt-Bitterfeld jahrelang für eines ihrer meistverkauften Sparprodukte geworben. Und in der Tat freuen sich viele Kunden aktuell über eine gute Rendite. Anders die Sparkassenführung, ihr kommen angesichts der hohen Verzinsung von Verträgen, die teilweise noch aus den 90er Jahren stammen, die Tränen. In den vergangenen Wochen erhielten nun etwa 2.200 Kunden Post von der Sparkasse, die die Verträge kündigte.

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt erhielt daraufhin zahlreiche Beschwerden von Kunden. „Die Sparkasse möchte offensichtlich hoch verzinste Sparverträge loswerden“, sagt Verbraucherschützerin Gabriele Emmrich. Ihr liegen schon mehr als 100 Beschwerden vor. Sie hat den Betroffenen empfohlen, zunächst Widerspruch einzulegen.

Sparkasse zum Jahresende 2015 abgemahnt

Die Verbraucherzentrale mahnte die Sparkasse zum Jahresende 2015 ab, da sie die einseitige Vertragslösung für nicht rechtens hält. Doch dies und ein folgendes Gespräch mit der Institutsführung im Januar führte nicht dazu, dass die Sparkasse die Kündigungen zurücknimmt. Nun will die Verbraucherzentrale juristisch vorgehen. „Wir werden klagen“, kündigte Ermrich in der MZ an.

Um welche Verträge geht es? Die Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld besitzt nach eigenen Angaben rund 17 500 Prämiensparmodelle mit einem Anlagevolumen von insgesamt 243 Millionen Euro im Bestand. Das seien rund 30 Prozent der gesamten Spareinlagen. Beim Prämiensparen legen die Kunden einmal eine feste Summe an und zahlen monatlich einen Betrag ein. Dafür erhalten sie Zinsen, die vergleichsweise niedrig sind. Für ihre jährlichen Beiträge erhalten sie zusätzlich einen Bonus, der mit der Zeit steigt. Nach 15 Jahren kann dieser bei 50 Prozent liegen. Das heißt, werden 500 Euro im Jahr eingezahlt, muss das Institut 250 Euro an Bonus zahlen.

Nun hat die Sparkasse nach eigenen Angaben rund die Hälfte der 4 500 unbefristeten Prämiensparverträge gekündigt, die die höchste Bonusstufe erreicht hatten. Für die Sparkasse sind die Verträge zu einem Minusgeschäft geworden. Kurz: Die Bank verliert damit Geld. „Die Basisverzinsung und die jährliche Prämienzahlungen liegen deutlich über dem aktuellen Marktniveau“, sagt Vorstandschef Markus Klatte. Das Institut habe den betroffenen Kunden ein attraktives Wiederanlageprodukt unterbreitet. Rund 80 Prozent, so Klatte, hätten dies bereits angenommen. Weitere Kündigungen seien nicht geplant. Der Sparkassen-Chef beruft sich bei den Kündigungen auf eine gesetzliche Kündigungsfrist bei unbefristeten Verträgen von drei Monaten.

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