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Solarindustrie: Q-Cells ist nun offiziell in koreanischen Händen

Uhr | Aktualisiert 24.10.2012 23:24 Uhr

Die Arbeit ist getan: In weißen Handschuhen haben Ki-Joon Hong und Ministerpräsident Reiner Haseloff gestern anlässlich der Übernahme ein Band durchschnitten. Q-Cells gehört jetzt zur südkoreanischen Hanwha Gruppe. Hong ist dort Vorstandsvorsitzender des Solarunternehmens Hanwha Solar One. (FOTO: ANDREAS STEDTLER)

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Neuer Name, neuer Eigentümer, neue Ausrichtung: Der Solarzellen-Hersteller Q-Cells aus Thalheim (Anhalt-Bitterfeld) gehört seit Mittwoch auch offiziell dem Mischkonzern Hanwha aus Südkorea.
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Thalheim/MZ. 

Neuer Name, neuer Eigentümer, neue Ausrichtung: Der Solarzellen-Hersteller Q-Cells aus Thalheim (Anhalt-Bitterfeld) gehört seit Mittwoch auch offiziell dem Mischkonzern Hanwha aus Südkorea und wird ab sofort unter dem Namen Hanwha Q.Cells geführt. Vorstandschef Charles Kim bekannte sich zum Standort in Sachsen-Anhalt und erklärte, die Forschung für den gesamten Konzern hier konzentrieren zu wollen. „Unser Forschungszentrum bleibt in Thalheim, und in diesen Bereich wollen wir jährlich 20 Millionen Euro investieren.“ Grundsätzlich gehe es zunächst darum, „mehr in neue Technologien als in neue Kapazitäten“ zu investieren.

Die Südkoreaner hatten Q-Cells Ende August übernommen, nachdem der frühere Weltmarktführer im April Insolvenz angemeldet hatte. Gründe dafür waren die Billigkonkurrenz aus Asien, Überkapazitäten und die sinkende Nachfrage. Die neuen Eigentümer versicherten erneut, fast 1 300 der weltweit 1 500 Jobs zu erhalten. In Thalheim selbst bleiben mindestens 750 der 1 000 Arbeitsplätze bestehen. Das Werk in Malaysia mit 500 Beschäftigten wird komplett übernommen. Beschäftigungsgarantien gebe es aber keine, sagte eine Sprecherin des Magdeburger Wirtschaftsministeriums. Das Land, das einer der führenden Gläubiger bei Q-Cells war, habe nun keinerlei Einfluss mehr auf die Entscheidungen des Konzerns.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nannte das Engagement der Südkoreaner dennoch „einen absoluten Glücksfall“. Es sei nicht nur gelungen, wie versprochen, 80 Prozent der Arbeitsplätze zu sichern. Der neue Konzern sei auch weltweit zur Nummer drei in der Branche aufgestiegen. Nicht zuletzt aufgrund der Forschung in Thalheim habe Hanwha Q.Cells „hervorragende Voraussetzungen, um den Weltmarkt mitbestimmen zu können“.

Andreas von Zitzewitz, Mitglied der Geschäftsführung, sprach von einer „Ideallösung“. Zwar werde in Thalheim mit 200 Megawatt nur noch ein Fünftel der ursprünglichen Kapazität produziert. Um unter Beweis zu stellen, dass auch die Massenfertigung neuer Produkte möglich ist, „reicht diese Kapazität aber völlig aus“, sagte der frühere Q-Cells-Vorstand. Ohnehin habe der Standort Thalheim vor allem den Auftrag, neue Produkte zu entwickeln. Ziel sei es, „den deutschen Qualitätsstandard künftig in der gesamten Gruppe zu etablieren“.

Vorstandschef Kim gab derweil ehrgeizige Ziele aus. „Wir versuchen, schon nächstes Jahr schwarze Zahlen zu schreiben.“ Vorteile erhofft er sich durch Kooperation mit der Schwesterfirma Hanwha Solar One. Angst vor der Billigkonkurrenz aus China hat Kim nicht. „Dort wird billiger verkauft als produziert.“ Das sei auf Dauer kein Erfolgsmodell.

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