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Sandersdorferin studiert in New York: „Mein größter Traum ist wahr geworden“

Annika Lüdke

Annika Lüdke vor der New Yorker Skyline

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Privat

Sandersdorf/New York -

Eine Sandersdorferin hat sich einen Traum erfüllt und studiert in New York. In der Heimat war sie auch als Sängerin Ani K. bekannt, in Amerika erlebt die 26-Jährige nun die große weite Welt. In der MZ berichtet sie über ihr Leben in der Welt-Metropole.

„Ich hatte das große Glück, im März dieses Jahres in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen zu werden. Die Studienstiftung ist eine Organisation zur Begabtenförderung. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck. Nach einem Professorenvorschlag von meiner ehemaligen Hochschule Groningen in den Niederlanden und einem einjährigen Bewerbungsprozess wurde ich im März zu einem Auswahlseminar nach Köln eingeladen, welches aus Diskussionsrunden und persönlichen Gesprächen mit Almuni der Stiftung bestand.

Eine Woche später befand ich mich in New York für die Recherchen meiner Bachelorarbeit und habe ausgerechnet dort die Zusage für die Aufnahme in die Stiftung bekommen. Im Oktober war ich für das alljährliche Nordamerika-Stipendiatentreffen in Toronto und hatte dort die Möglichkeit, 140 andere Studienstiftler kennen zu lernen, die auch gerade in Nordamerika studieren oder forschen. Die Studienstiftung hat es mir ermöglicht, dass mein größter Traum wahr geworden ist.

Ich habe mich seit 2013 - da lebte ich als Praktikantin in New York - intensiv mit einem Masterstudium in New York City befasst. Besonders attraktiv erschien mir dabei das City College New York. Die Universität liegt in Manhattan und wurde 1847 gegründet. Ich wollte unbedingt meinen Fokus auf Internationale Beziehungen verstärken, wofür das College ein exzellentes Programm bietet. Für die Bewerbung musste ich unter anderem Englisch-Tests absolvieren und Empfehlungsschreiben einholen. Ich konnte mein Glück kaum fassen, als ich im April für das Studium zugelassen wurde. Nun studiere ich mit einem Stipendium der Studienstiftung im ersten Semester und belege Kurse wie Internationale politische Ökonomie oder Außenpolitik. Außerdem konnte ich interessante Podiumsdiskussionen meiner Universität besuchen, so zum Beispiel mit dem Begründer der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Ein ganz besonderes Highlight war meine Teilnahme an der Studentenkonferenz für US-Außenpolitik. Diese fand im November 2015 in der renommierten West Point Militärakademie statt und ich bewarb mich über eine Kulturorganisation in New York. Zusammen mit einer Delegation aus über 200 Studenten aus ganz Amerika und 30 Studenten aus aller Welt debattierten wir über aktuelle internationale Entwicklungen. Mein Thema war dabei die EU sowie die Nato und unterschiedliche Ziele der Mitgliedsstaaten. Die Konferenz war für mich eine absolut einzigartige Möglichkeit, den Campus kennen zu lernen, mit Kadetten über deren Alltag zu sprechen und mehr über US-Außenpolitik zu lernen. Außerdem konnte ich Deutschlands Position in vielen innen- und außenpolitischen Themen näher bringen und die Bedeutung der EU hervorheben. Und ganz ging ich meiner Leidenschaft, dem Singen, nach und habe spontan mit einer Holländerin am Klavier den Song „New York New York“ von Frank Sinatra während eines abendlichen Banketts dargeboten.

Höhepunkt dieser Konferenz war jedoch, dass ich die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright aus der Zeit der Bill Clinton-Regierung kennen lernen durfte und ich mich mit ihr über die politischen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise unterhalten habe. Sie war die Festrednerin der Konferenz. Vor ihrer Ansprache besuchte sie unsere Arbeitsgruppe zum Thema EU und in diesem Rahmen konnte ich mit ihr ins Gespräch kommen.“


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