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Kehrtwende in Wolfen: BIG-Hotel nun doch Asyl-Unterkunft

In das Gästehaus des BIG-Hotels sollen Flüchtlinge einziehen.

In das Gästehaus des BIG-Hotels sollen Flüchtlinge einziehen.

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Kehrer

Wolfen -

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Wolfen gibt es eine erneute Kehrtwende. Nachdem der Landkreis Anhalt-Bitterfeld vergangenes Jahr verkündet hatte, dass vorerst keine Asylsuchenden in das BIG-Hotel einziehen werden, soll das Gästehaus nun voraussichtlich doch ab März als Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 170 Menschen genutzt werden. „Wir sind dabei, die letzten Einzelheiten mit dem Eigentümer zu klären“, sagte der zuständige Dezernent Bernhard Böddeker.

Doch warum dieser Zickzack-Kurs? Noch im November wollte Landrat Uwe Schulze (CDU) das Hotel bereits mit Beginn des neuen Jahres als Asyl-Unterkunft nutzen. Einen Monat später ruderte er dann während einer Bürgerversammlung zurück (die MZ berichtete). „Wir haben aber nie gesagt, dass wir von dem Vorhaben generell Abstand nehmen, sondern immer betont, dass die Unterkunft nach wie vor eine Option ist, die wir bei Bedarf auch ausschöpfen werden“, sagte Schulze auf MZ-Nachfrage. Zumal man sich mit der verantwortlichen Messeblick Leipzig GmbH geeinigt habe, ergänzte Böddeker. „Da das Land in den vergangenen Monaten allerdings keine weiteren Menschen zugewiesen hat, brauchten wir diese Kapazitäten bislang nicht in Anspruch nehmen.“

Kapazitäten nun notwendig

Das habe sich nun geändert. Man wisse, dass weitere Menschen kommen, aber nicht, wann das genau sein werde, so Schulze. „Wir müssen aber die Unterkünfte vorhalten und zur Verfügung stellen.“ Nach vorläufigen Prognosen erwartet der Landkreis bis Dezember 2.900 neue Flüchtlinge. Das sind knapp 250 Menschen pro Monat. Derzeit leben knapp 1.800 Asylsuchende in Anhalt-Bitterfeld.

Aber was sagt Bitterfeld-Wolfens Oberbürgermeisterin über die neuerliche Kehrtwende in der BIG-Hotel-Frage? „Die Brisanz der Thematik ist unumstritten. Die Gespräche mit dem Landkreis, der zuständig ist, laufen. Sobald die Details vorliegen, wird der Landkreis gemeinsam mit der Stadt zum Thema informieren“, ließ Petra Wust (parteilos) mitteilen.

Im Internet sind aber schon Fotos aufgetaucht, die Kartons und verpackte Matratzen in Räumen des Gästehauses zeigen. Schulze will sich nun vor Ort selber ein Bild über den aktuellen Zustand des Objekts machen. (mz)


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