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Goitzsche-Marathon Bitterfeld: „Goitzsche-Seenlauf“ lässt Marathon den Vortritt

Der Dachverbandsvorsitzende, Lars Schindler (re.), und der sportliche Leiter des Goitzsche-Marathons, Jörg Lipka

Der Dachverbandsvorsitzende, Lars Schindler (re.), und der sportliche Leiter des Goitzsche-Marathons, Jörg Lipka, besprechen Details.

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Georg Wenzel

Bitterfeld -

Nun steht es fest: Am 8. Mai wird in Bitterfeld nur ein großes Sport-Event rund um den See stattfinden. Nachdem der Goitzsche-Marathon im vergangenen Jahr ins Wasser fiel, waren für das diesjährige Mai-Wochenende gleich zwei unterschiedliche Laufveranstaltungen geplant. Neben dem Bitterfelder Sportverein (BSV) 2000 hatte der Goitzsche-Dachverband ebenfalls diesen Termin anvisiert. Damit wären zwei ähnliche Wettkämpfe am selben Tag und auf sich überkreuzenden Strecken durchgeführt worden. Wegen der zeitlichen und räumlichen Überschneidung befürchteten Beobachter ein unübersichtliches Chaos.

„Doch dies konnte nun abgewendet werden“, sagt der Vorsitzende des Dachverbandes, Lars Schindler. Man habe sich zusammen mit Vertretern des BSV 2000 an einen Tisch gesetzt und alles besprochen. Der Verein habe daraufhin seinen geplanten „Goitzsche-Seenlauf“ für den 8.?Mai zurückgezogen und dem „Goitzsche-Marathon“ des Dachverbandes den Vortritt gewährt. Das bestätigt auch der BSV-Vorsitzende Uwe Holz. „Wir stellen uns der größeren Veranstaltung nicht in den Weg“, sagt er. Damit wäre eigentlich alles in trockenen Tüchern, allerdings sorgt nun ein weiterer Sportverein für Irritationen unter den Marathon-Läufern.

Marathon wegen Streit abgesagt

Um die Sache zu verstehen, muss man folgendes wissen: Der 2006 ins Leben gerufene Goitzsche-Marathon wurde seit 2012 vom halleschen „Run e.V.“ durchgeführt. Dessen Dienstleister ist die Mitteldeutsche Marathon GmbH der bekannten Läuferfamilie Cierpinski. Der Verein und die Gesellschaft haben beide ihren Sitz in der halleschen Talamtstraße?7.

Nachdem der See verkauft wurde, verlangte aber die Goitzsche Tourismusgesellschaft (GTG) für die Nutzung der Flächen von dem Verein eine Nutzungsgebühr in Höhe von 2.000?Euro. Ein 2014 zwischen beiden Parteien geschlossener Vertrag wurden nach dem Lauf von den Hallensern wieder gekündigt. Daraufhin zog die GTG vor Gericht und bekam Ende 2015 Recht zugesprochen. Wegen dieses Streits veranstaltete der Run e.V. im vergangenen Jahr den Goitzsche-Marathon nicht.

Gleicher Name sorgt für Verwirrung

Problematisch ist nun, dass der Verein auf seiner Internetseite auch für dieses Jahr die Laufveranstaltung absagt. „Aufgrund von rechtlichen Auseinandersetzungen muss der am 8. Mai 2016 geplante 10. Goitzsche-Marathon ausfallen. Wir hoffen auf eine Fortführung im folgenden Jahr“, ist auf der Startseite zu lesen. Dass der Dachverband - also quasi der neue Veranstalter - an diesem Tag ein Event mit dem gleichen Namen durchführen wird, bleibt völlig unerwähnt. Was der Run-Verein damit genau bezweckt, ist derzeit unklar. Auf eine schriftliche Anfrage der MZ wurde gestern mitgeteilt, dass diese an den Vorstand weitergeleitet werde. Die Bitterfelder Goitzsche-Marathon-Organisatoren setzen indes auf Schadensbegrenzung und schreiben auf ihrer eigenen Internetseite: „Entgegen anderslautenden Mitteilungen findet der Goitzsche-Marathon auch 2016 statt.“

Stellt sich die Frage: Warum wird - um zukünftig Verwirrungen zu verhindern - der Name des Laufs nicht einfach geschützt? Nach einem Beschluss der Deutschen Patent- und Markenamtes ist das nicht möglich, denn der Name „Goitzsche-Marathon“ kann nicht als Marke eingetragen werden, heißt es. (mz)


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