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Friedersdorf: Asylbewerber bekommen Wohnungen

Friedersdorf/Wolfen/MZ -

In der Diskussion um die Unterbringung von Asylsuchenden im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist es zu einer unerwarteten Wende gekommen. Ab Anfang September sollen die ersten Menschen nicht mehr nur in Gemeinschaftsunterkünften, sondern verstärkt in Wohnungen untergebracht werden. Das hat die Landkreisverwaltung in einer Stellungnahme zum Flüchtlingscamp in Bitterfeld mitgeteilt.

Für das Projekt seien bereits drei Domizile in Wolfen angemietet und hergerichtet worden. Hier sollen jeweils vier bis sechs Asylsuchende leben. Zurzeit würden in den Gemeinschaftsunterkünften in Friedersdorf und Marke noch Interessenten gesucht. „Das alles erfolgt auf freiwilliger Basis“, sagte Pressesprecherin Marina Jank. „Wenn das funktioniert, werden wir dieses Angebot weiter ausbauen.“ Die Sprecherin betont aber gleichzeitig, dass sich „die Gemeinschaftsunterkünfte in einem normalen Zustand befinden. Regelmäßig finden Hygienekontrollen statt, die bislang keinen Anlass zur Beanstandung gaben.“ Daher werde man auch zukünftig an dieser Art der Unterbringung festhalten. Aber aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen - gemeint sind die steigende Zahl der Asylsuchenden und neue Leitlinien für die Unterbringung - habe man sich zu dem Schritt entschlossen, die ersten Asylsuchenden „in einem Testlauf“ in Wohnungen unterzubringen.

Wie der Landkreis weiter betont, beträfen die Forderungen der Flüchtlinge überwiegend Bundes- und Landesrecht. Der Kreis sei für Unterbringung und Leistungserbringung zuständig. Im Flüchtlingscamp sind seit Mittwoch drei Teilnehmer in den Hungerstreik getreten. Protestiert wird unter anderem für eine Verbesserung der Zustände in den Gemeinschaftsunterkünften, perspektivisch eine dezentrale Unterbringung, für die Anerkennung der Asylgründe, die Abschaffung der Residenzpflicht und für Arbeitserlaubnisse.


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