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Flüchtlinge in Anhalt-Bitterfeld: Asylsuchende sollen gleichmäßig verteilt werden

Flüchtlinge

Flüchtlinge gehen zu einer Flüchtlingsunterkunft.

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dpa

Köthen -

Die Landkreisverwaltung Anhalt-Bitterfeld will die Asylsuchenden möglichst gleichmäßig auf die Gemeinden verteilen. Das sagte der Dezernent für Sicherheit, Ordnung und Kommunales, Bernhard Böddeker (CDU), dem Gesundheits- und Sozialausschuss des Landkreises. Schon 2015 habe die Verwaltung das versucht und wolle das auch 2016 erreichen, erklärte er. „Ziel ist eine ausgewogene Verteilung nach der Einwohnerzahl.“

Erhebliche Unterschiede

Die entscheidende Zahl dabei heißt 1,09. Das ist der prozentuale Anteil der Asylsuchenden an der Gesamtbevölkerung von Anhalt-Bitterfeld zum Jahresende 2015. Absolut sind das 1.950 Personen, die Asyl beantragt hatten oder deren Antrag abgelehnt wurde. Derzeit unterscheidet sich dieser Anteil in den Gemeinden erheblich von dem Durchschnittswert. In Zerbst (0,41 Prozent), im Osternienburger Land (0,25), in Zörbig (0,38) und Sandersdorf-Brehna (0,34) leben deutlich weniger Flüchtlinge gemessen an der Bevölkerung als in Köthen (1,22), Aken (1,46), Raguhn-Jeßnitz (1,95) oder Muldestausee (2,35). Warum ist das so?

Das hat, so meint Bernhard Böddeker, damit zu tun, wie sich die Suche nach Unterkünften für die Flüchtlinge gestaltet. Die Verwaltung suche zuerst nach Wohnungen. Das sei günstiger für den Landkreis und komfortabler für die Flüchtlinge. Die Suche laufe unterschiedlich gut, obwohl die Verwaltung Vermietern gute Verträge anbiete. So haftet sie für von den Bewohnern verursachte Schäden. In Bitterfeld-Wolfen (1,53 Prozent Flüchtlinge) habe das mit der Neuen Bitterfelder Wohnungsbaugesellschaft gut geklappt. Das habe bei Bürgern wohl zu dem Eindruck geführt, alle Flüchtlinge kämen nur dorthin.

Bürger lehnen Unterkunft ab

Sandersdorf-Brehna hingegen habe dem Landkreis mitgeteilt, es gebe keine Wohnungen. Da die Gemeinde bisher wenig Flüchtlinge hat, habe man sich auf die Einrichtung einer Gemeinschaftsunterkunft in Roitzsch geeinigt. Das lehnen aber die Bürger ab. Anders in Köthen. Hier gibt der Wohnungsmarkt auch wenig her für Flüchtlinge, aber: „Die Stadt hat kein Problem mit einer Gemeinschaftsunterkunft“, weiß der Vize-Landrat. Dort werden ab März Flüchtlinge in der Augustenstraße wohnen. Solche Unterkünfte gibt es auch in Friedersdorf (Gemeinde Muldestausee) und Marke (Raguhn-Jeßnitz). Das erklärt dort auch die höheren Flüchtlingszahlen.

Bei der Verteilung der Flüchtlinge in den Gemeinden gehe es nicht darum, sie in einer zentralen Lage unterzubringen, so Böddeker. Die Köthener Flüchtlinge etwa wohnen auch außerhalb im Ortsteil Arensdorf. Wo in einer Gemeinde die Asylbewerber unterkommen, bestimme nicht der Landkreis. In der Stadt Südliches Anhalt hatte es Kritik gegeben, die Flüchtlinge würden nur in Gröbzig untergebracht. Dass dies so sei, „ist zu einem erheblichen Teil Sache der Gemeinde“, erklärt der Vize-Landrat.

Mit dem Betrieb der neuen Gemeinschaftsunterkünfte werden die Flüchtlinge in der Region dann wohl gleichmäßiger verteilt sein, als es die Zahlen zeigen. Auch schon jetzt. Denn zum Jahreswechsel sind in Bobbe im Osternienburger Land und in Zörbig minderjährige Flüchtlinge untergebracht worden. (mz)


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