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Erfrorener Mann in Bitterfeld : Was machte der Mann in den Ruinen der Konsumbäckerei?

In den Ruinen ist nur noch Schutt und Müll zu finden.

In den Ruinen ist nur noch Schutt und Müll zu finden.

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Andrè Kehrer

bitterfeld -

Schockierender Fund in den Ruinen der Konsumbäckerei an der Bitterfelder Bismarckstraße: Eine Frau aus der Nachbarschaft hat dort nach ihrer ausgerissenen Katze gesucht und stieß im Erdgeschoss auf einen Toten. Wie die Polizei erst gestern bekannt gab, wurde der Mann bereits in den späten Nachmittagsstunden des vergangenen Sonntags gefunden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Der Mann ist demnach erfroren. Doch obwohl die Identität des Kälteopfers feststeht, gibt der Fall Rätsel auf.

Kein Obdachloser

„Es handelt sich um einen 46-jährigen Mann aus dem nordrhein-westfälischen Paderborn“, bestätigt der Pressesprecher des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld, Hans-Peter Klimmek, Informationen der MZ. Bei ihm seien Ausweispapiere gefunden worden. Gerüchte, dass es sich um einen Obdachlosen aus Bitterfeld oder der Umgebung handelt, bewahrheiteten sich damit nicht.

Nach Informationen der MZ soll es sich um einen studierten Mann handeln, der zum Zeitpunkt des Auffindens gut gekleidet war. Er ist offenbar sitzend gestorben. Der Todeszeitpunkt ist nicht bekannt. Der Mann soll bei seinen Fahrten durch Deutschland schon öfter in Bitterfeld umgestiegen sein. Rätselhaft ist jedoch, wieso sich der 46-Jährige bei seinem Zugaufenthalt in Bitterfeld zu der fast einen Kilometer vom Bahnhof entfernte Ruine begab. Zumal der Zugang zu dem verwilderten Gelände für Ortsfremde nicht ganz leicht zu finden ist.

Eventuelle gesundheitliche Probleme

Die Frage, warum er bei Frosttemperaturen in dem verwahrlosten Gebäude geblieben ist, bleibt wohl ebenso unbeantwortet wie die nach einem eventuellen gesundheitlichen Problem. „Denn sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Angehörigen haben auf eine Obduktion verzichtet“, so Klimmek. Ausgeschlossen werde aber Fremdeinwirkung. Auch die Auswirkungen einer Raubstraftat fallen wohl aus, da bei dem Mann mehreren hundert Euro und ein Laptop gefunden worden sein sollen.

Die verspätete Information durch die Polizei erklärt Kimmek so: „Zuerst musste die Staatsanwaltschaft ermitteln.“ Man müsse klären, ob ein Mensch eines natürlichen oder unnatürlichen Todes gestorben sei. Im konkreten Fall wurde festgestellt, dass der Mann erfroren ist. Er wurde inzwischen nach Paderborn überführt. Bekanntgegeben wurden diese Ergebnisse allerdings erst auf Nachfragen der MZ.

Für den Altkreis Bitterfeld ist es der erste Kältetote des Winters. In den vergangenen fünf Jahren ist hier niemand erfroren. (mz)


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