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Brand in Sandersdorf: Viel Feuer und kein Wasserdruck

Uhr | Aktualisiert 19.04.2013 21:17 Uhr
60 Feuerwehrleute bekämpften den Brand im Gewerbegebiet.   (BILD: Kehrer)
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Ein Brand im Sandersdorfer Gewerbegebiet hielt am 19. April die Feuerwehr in Atem. Probleme mit der Löschwasserversorgung mussten von Mitarbeitern der Midewa beseitigt werden. Der geringe Wasserdruck hat auch bei früheren Bränden schon für Probleme gesorgt.
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sandersdorf/MZ

Der Schreck war groß: Die Feuerwehr rückte am freitag gegen 10 Uhr zu einem Brand bei einer Sandersdorfer Holzrecyclingfirma an. Doch als die Kameraden den Hydranten öffneten geschah: nichts. Auch der zweite Hydrant brachte nicht genug Wasser in die Schläuche, um das Feuer zu löschen. „Wir mussten nachalarmieren, um mehr Fahrzeuge mit eigenen Wassertanks vor Ort zu bekommen“, sagte ein Sandersdorfer Feuerwehrmann. Zwischenzeitlich war die Rauchsäule weithin sichtbar, die bei dem Brand eines Abfallberges auf dem Gelände einer Holzrecyclingfirma im Gewerbegebiet an der Hermine entstanden war. Schließlich rückten auch Wehren aus Thalheim, Ramsin, Heideloh, Wolfen-Nord, Wolfen-Altstadt und Bitterfeld an, insgesamt 60 Einsatzkräfte. Die Tanklöschfahrzeuge fuhren zwischen Hydranten aus dem Stadtgebiet und dem Brandherd. Auch der Wassertankwagen vom Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises wurde zur Brandstelle beordert.

Gleichzeitig informierte der Einsatzleiter den Wasserversorger Midewa. Erst deren Mitarbeiter konnten das Problem lösen, indem auf eine andere Leitungen umgestellt wurde, in der das Wasser mit mehr Druck gepumpt werden kann. Das Problem jedoch besteht im Sandersdorfer Gewerbegebiet seit Jahren - und wurde mit dem Brand am Freitag wieder offenkundig. Die Firmen sind verunsichert.

Riesige Rauchsäule

Eine riesige Rauchsäule wies den anrückenden Feuerwehrleuten den Weg zum Brandort.  (BILD: Michael Maul)

„Es ist schon beängstigend, wenn es brennt und kein Wasser kommt“, sagt Lutz Schelle vom gleichnamigen Schweißfachbetrieb. „Ein Brand kann ja überall ausbrechen. Und wenn dann nicht schnell genug gelöscht werden kann, ist das sehr problematisch.“ Marcel Angerstein von der Lackiererei Latuszek weiß schon länger um die Situation. „Wir haben schon oft darauf hingewiesen, aber getan hat sich bisher noch nichts.“ Bei ihm kämen auch mit dem Feuer immer wieder Erinnerungen an den Wohnhausbrand in Sandersdorf am 1. Januar des vorigen Jahres hoch. Auch damals hatte es zunächst Probleme mit einem Hydranten gegeben.

Midewa-Mitarbeiter Ralf Stüwe klärt auf: „Die Wasserleitung, an der der Hydrant sitzt, kommt aus der Stadt und endet im Gewerbegebiet. Der Druck ist auf nur 4,2 Bar eingestellt, um Risse in den alten Teilen der Leitung zu verhindern.“ Aufgrund des geringen Drucks kam am Ende zu wenig Wasser an. Derzeit erneuere die Midewa alte Rohre im Stadtgebiet. Erst wenn alle Teilstücke erneuert sind, könne man den Druck wieder erhöhen. Damit wäre auch das Problem im Gewebegebiet gelöst. Wann diese Arbeiten abgeschlossen sind, ist derzeit aber noch nicht klar.

Um die Löscharbeiten abzusichern, nutzte die Midewa kurzfristig eine neue Leitung im gegenüberliegenden Gewerbegebiet. „Dort fahren wir mit 5,5 Bar“, so Stüwe. Das reichte aus, um das Feuer zu löschen. Gegen 13 Uhr konnten die Wehren abrücken. In den Abendstunden sollte das Firmengelände noch einmal kontrolliert werden. Wie es zu dem Brand kommen konnte, bleibt zunächst unklar. Die Polizei hat gestern erste Befragungen begonnen. Die Betriebsleitung äußerte sich nicht.

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