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Bitterfeld: Rauschebart im Stress

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 17:55 Uhr
Der Weihnachtsmann auf seinem Weg zu den Familien. Viel hatte er zu tun in den vergangenen Wochen, um alle Geschenke zu besorgen. Heiligabend ist sein stressigster Tag, danach nimmt er sich etwas Zeit zum Ausruhen. (FOTO: ANDRé KEHRER) 
Heiligabend ist der Höhepunkt für den beliebten Weihnachtsmann. Er kehrt bei den Familien ein und verteilt die Geschenke.
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bitterfeld/MZ. 

Schon heute Nachmittag beginnt für den Weihnachtsmann der stressigste Tag im Jahr - obwohl er in den Wochen vorher kaum weniger zu tun hatte. Die Wunschzettel häuften sich, die Geschenke mussten beschafft werden. MZ-Redakteurin Silke Ungefroren sprach mit dem Rauschebart, der seit Jahren im Altkreis Bitterfeld unterwegs ist, um vor allem Kinder zu beglücken.

Hallo Weihnachtsmann, schön, dass Du trotz Hektik und viel Arbeit noch ein paar Minuten Zeit findest für ein Gespräch.

Weihnachtsmann: Das mache ich doch gern, obwohl ich wirklich momentan nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Denn: Nach Weihnachten ist vor Weihnachten - wie bei der Wahl. Das ganze Jahr über muss ich meinen Bestand an Geschenken auf Vordermann bringen. Nüsse und Schokolade werden immer neu eingeholt, schließlich muss auch ich auf das Verfallsdatum achten. Und dann kommen die Wunschzettel von den Kindern, da geht's dann richtig los.

Wo besorgst Du die Geschenke, und hast Du dabei Unterstützung?

Weihnachtsmann: Die Geschenke werden auf vielfältigste Weise beschafft - natürlich auch übers Internet bestellt. Man muss schließlich mit der Zeit gehen. Und die gute Seele im Haus, die mir bei allem hilft - das ist meine Weihnachtsfrau. Ein richtiger Engel. Sie sorgt auch dafür, dass ich immer gepflegt bin, mein Bart ordentlich aussieht und mein Mantel gebügelt ist. Auch um die Rentierte kümmert sie sich, füttert und pflegt sie.

Wo wohnt Ihr denn?

Weihnachtsmann: Tief im Wald in unserer Hütte, mit Stallungen für die Rentiere und Doppelgarage. Schließlich kann ich bei diesen frühlingshaften Temperaturen nicht mit dem Schlitten los. Da nehme ich heute also wieder mal die Kutsche.

Den Schlitten konntest Du aber dieses Jahr schon einsetzen, oder?

Weihnachtsmann: Natürlich, immerhin musste ich schon bei vielen Weihnachtsfeiern in Kindergärten, Altenheimen und anderswo meinen Dienst tun. Bei diesen Terminen habe ich übrigens auch viele fleißige Freunde, die sich so wie ich verkleiden und mir helfen, weil ich das alles gar nicht schaffen würde.

Heute ist Dein stressigster Tag. Bist Du da nur bei lieben Kindern oder auch bei bösen?

Weihnachtsmann: Böse Kinder gibt es für mich nicht. Natürlich meinen manche Eltern, dass ihre Sprösslinge unartig sind und drohen schon vorher mit mir. Das finde ich gar nicht gut und pädagogisch unklug. Denn ich bin ja kein Schreckgespenst, sondern ein liebevoller freundlicher Mensch, der Ruhe, Frieden und Segen bringt. Und aufgrund meiner pädagogischen Bildung komme ich gut mit dem Nachwuchs klar und schaffe es auch, dass selbst ein weinendes Kind am Ende lacht und mich zur Tür begleitet.

Wie geht es am Heiligen Abend bei den Familien zu?

Weihnachtsmann: Das Schönste ist, dass alle gemütlich beisammen sitzen, wenn ich komme. Da leuchten nicht nur Kinderaugen, sondern auch Kerzen. Keiner rennt rum, keiner wäscht ab oder rückt irgendwelches Geschirr. Und das ist ja auch Sinn und Zweck von Weihnachten: zusammen ein paar besinnliche und schöne Stunden zu verbringen. Dann singe ich mit den Menschen, auch wenn manche gar keine Weihnachtslieder mehr kennen. Doch da habe ich selbstverständlich vorgesorgt und immer Zettel mit Texten dabei.

Und wie sieht es mit den Geschenken aus, was steht da so ganz oben auf den Wunschlisten?

Weihnachtsmann: Erst einmal: Je kleiner die Kinder, um so größer sind die Kisten und Säcke mit den Gaben. Spielzeug aller Art gibt es da natürlich, Computer, Musikinstrumente, auch Schlitten, Skier, Sportausrüstungen und Kleidung. Allerdings würde ich mir wünschen, dass manchmal etwas weniger Konsum und dafür mehr Ruhe und Zeit im Vordergrund stehen.

Wie schaffst Du es, alles zu besorgen und nichts durcheinanderzubringen?

Weihnachtsmann: Da habe ich mein Goldenes Buch, wo alles eingetragen und nach und nach abgearbeitet wird. Kompliziert wird es, wenn die Wunschzettel sehr spät eingehen, da rotiere ich dann mit meiner Frau.

Und wie findest Du den Weg zu den vielen Familien?

Weihnachtsmann: Die meisten Adressen kenne ich, weil ich da öfter bin und mich auskenne in der Region. Ansonsten: mit Navigationsgerät natürlich! Wie gesagt, auch ich gehe mit der Zeit.

Welche Fragen werden Dir von den Kindern so gestellt?

Weihnachtsmann: Zum Beispiel was ich im Sommer anziehe. Da erzähle ich dann von meiner kurzen roten Hose, dem T-Shirt und den Hosenträgern. Und von den Badelatschen natürlich, schließlich muss ich die ganze Saison über in den schweren Stiefeln rumlaufen.

Was wirst Du heute Abend tun?

Weihnachtsmann: Es wird sehr spät werden, ehe ich heim komme. Dann setze ich mich mit meiner Frau endlich auch noch gemütlich zusammen, werde noch mal in mein Goldenes Buch schauen, ob ich auch keinen vergessen habe. Denn das wäre schlimm. Und wie immer werde ich dann schon im Sessel einschlafen.

Kinder fragen Dich auch, wie alt Du bist und ob Du für immer lebst. Was antwortest Du da?

Weihnachtsmann: Alt bin ich schon ziemlich. Doch weil mich meine Weihnachtsfrau so gut pflegt, bin ich noch so rüstig - auch wenn es hier und da schon mal ein wenig zwickt und zwackt. Und auf die Frage, wie lange ich lebe, sage ich immer: Ich lebe so lange, wie ihr Kinder an mich glaubt.

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