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Bitterfeld: Illegales Geschäftsgebaren bei Sammel-Container

Container

Legal oder illegal - das ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. (FOTO: KEHRER)

bitterfeld/MZ. -

Der Sommer liegt in seinen letzten Zügen. Also höchste Zeit sich von seinen alten Sommerhosen und -hemden zu trennen. In einer Tüte verstaut, geht's zum nächsten Altkleider-Container. Klappe auf und weg damit.

Was für viele Menschen zum guten Ton gehört, führt derzeit in Halle, Dessau, Wittenberg, Merseburg und auch Weißenfels zu hitzigen Diskussionen, denn nicht jeder aufgestellte Container ist genehmigt. Allein in Mitteldeutschland sollen nach Schätzungen des Bundesverbandes für Sekundarrohstoffe und Entsorgung (BVSE) seit Mitte Juni mehr als 350 Container illegal – also ohne Genehmigung – aufgestellt worden sein. Eines dieser Unternehmen ist die Bochumer Firma „Profittex“. Etwa 20 illegale Container sollen auch im Stadtgebiet von Bitterfeld-Wolfen stehen.

Etwa 20 sollen auch im Stadtgebiet von Bitterfeld-Wolfen stehen. "Ja, auch wir haben mit diesem Problem zu kämpfen", sagt der Fachbereichsleiter Immoblien bei der Stadt Bitterfeld-Wolfen, Mario Schulze. Im öffentlichen Verkehrsraum habe man bislang an sechs Standorten in Bitterfeld, Greppin und Holzweißig acht dieser illegal aufgestellten Container festgestellt. Nach einem "langen Prozedere" seien sie von der Firma abgeholt worden. Aber es gebe noch weitere Stellflächen - allerdings im nicht öffentlichen Verkehrsraum, was ein gezieltes Vorgehen deutlich erschwere.

Zumal die Standorte häufig wechseln würden und niemand - aufgrund der fehlenden Genehmigungen - wisse, wo sie überall verstreut seien. Auch daher - so Schulze - sei es schwer, Angaben über deren genaue Anzahl zu machen.

Doch auch der Versuch diese Informationen bei Profittex direkt in Erfahrung zu bringen, schlägt fehl, denn unter der angegebenen Telefonnummer meldet sich nur ein Anrufbeantworter.

Doch nicht nur der bis Redaktionsende ausbleibende Rückruf, sondern viele weitere Punkte lassen die Zweifel an der Seriosität des Unternehmens wachsen.

Zum einen ist da ein Aufkleber auf einer der Sammelboxen im Bitterfelder Hahnstückenweg. "Dieser Container ist genehmigt", kann man darauf lesen. "Doch das ist schlichtweg falsch", sagt Mario Schulze.

Zum anderen ist da das Landesverwaltungsamt in Halle, denn seit dem 1. Juni müssen sich gemeinnützige oder auch gewerbliche Sammler drei Monate vor dem Aufstellen der Container hier anmelden, um - wenn man so will - einen "Führerschein" zum Sammeln von Altkleidern zu beantragen.

Das sieht das neue Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz so vor. Etwa 200 Unternehmen haben daher ihre geplanten Sammlungen angezeigt. Das Bochumer Unternehmen gehört nach Aussagen des Landesverwaltungsamtes aber nicht dazu. Aber Hand auf's Herz. Wen interessiert es, ob ein Container nun eine Genehmigung hat oder nicht, solange die alten Sommerhosen und -hemden abgegeben werden können? Doch hier widerspricht Ilona Schäfer vom BVSE. "Häufig werden direkt neben den genehmigten Containern illegale Container aufgebaut. Werden diese dann nach kurzer Zeit wieder abtransportiert, bleiben unbrauchbare Abfälle und Textilien zurück. So werden verwertbare Textilien abgegriffen und die teure Entsorgung der Restmaterialien bleibt an den ordentlich arbeitenden Fachbetrieben hängen. Die Hinterlassenschaften sind oft auch mit negativen Folgen für das Stadtbild und die Sauberkeit von Straßen und Plätzen verbunden."


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