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Anhalt-Bitterfeld: Wolfen bekommt eine neue Pfarrerin

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 20:36 Uhr
Viola Hendgen übergibt eine Urkunde. (FOTO: ARCHIV/G. ZAHN) 
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Die Wolfener Johannisgemeinde freut sich auf eine neue Pfarrerin. Viola Hendgen soll die neue Stelle antreten und würde viel lieber in Elster bleiben.
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wolfen/MZ. 

Die evangelische Johannisgemeinde in Wolfen ist guten Mutes. Sie könnte im nächsten Frühjahr wieder einen Pfarrer haben. "Es wird Zeit", sagt Gemeindekirchenratsmitglied Walter Zeller. Schließlich stehe die Gemeinde seit gut einem Jahr ohne eigenen Seelsorger da. Zeller ist froh, dass Licht am Ende des Tunnels leuchtet.

Zum Licht gehört allerdings auch in Wolfen Schatten. Mit Viola Hendgen stellte sich während eines Gemeindeabends und mit dem sonntäglichen Gottesdienst die wahrscheinlich neue Pfarrerin vor. Sie muss zwar noch vom Gemeindekirchenrat bestätigt werden. Doch am Ende ist nicht diese Tatsache das große Problem.

Viola Hendgen, 42 Jahre alt, am Niederrhein geboren und in Halle zur Pfarrerin geworden, möchte sich eigentlich nicht verändern. Sie würde lieber in der Gemeinde in Elster Dienst tun denn in Wolfen. "Es liegt nicht an Ihnen. Sie sind alles liebe Menschen", erklärt sie den Fuhnestädtern. Doch sie wolle einfach ehrlich sein. Der Dienst in Wolfen gehört ganz offensichtlich nicht zu den großen Lebensträumen der Theologin.

Aber Viola Hendgen muss mit der Realität leben. Auch in der Kirche wird reagiert auf veränderte Rahmenbedingungen, geringer werdende Schülerzahlen im Religionsunterricht. Man strukturiert um. Die von der Wahl-Anhalterin begleitete Stelle als Schulpfarrerin läuft aus, die Pfarrstelle in Elster wird der Nachbargemeinde zugeschlagen. So hat es Superintendent Christian Beuchel wiederholt bestätigt. "Ich soll nach Wolfen gehen", redet Viola Hendgen gerade heraus. Liebeserklärungen an die Fuhnestadt und die Gemeinde bleiben aus.

"Auch eine alleinlebende Frau hat ein Privatleben." Gerade das macht den verordneten Abschied offensichtlich schwer. Viola Hendgen hat die Elsteraner Gemeinde nicht nur mit frischer und direkter Art geprägt. Sie hat sich auch eingebracht im Leben des Ortes, sich wohlgefühlt an der Elbe. "So viel Ehrlichkeit muss sein."

Dennoch stehen die Weichen in Richtung Dienstantritt in Wolfen. Und so plaudern Gemeinde und Pfarrerin über ihre Sicht auf die Dinge. Dabei überrascht die Pfarrerin ein weiteres Mal. "Ich bin Pfarrerin geworden, nicht Bauingenieurin." Ganz klar, worauf die womöglich neue Frau im Wolfener Pfarramt besonderen Wert legt: Sie will mit der Gemeinde arbeiten, Seelsorgerin sein. "Dafür bin ich da."

Sie werde die Gemeinde sicher nicht allein lassen. Aber es gehe nicht an, dass sie etwa im Seniorenkreis unvorbereitet auftauche und das mit Bauberatungen, Planungsrunden und ähnlichen Argumenten erkläre. "Die Gemeinde will einen Pfarrer." Der ist für sie keinesfalls der Chef. "Alle sind mündige Christen. Der Pfarrer nur Gast auf Zeit." Viola Hendgen liegt nah bei Luther, der Pfarrern nur das Privileg der Taufe und des Abendmahls einräumte.

Die Theologin legt viel Wert auf eine starke Gemeinde und einen funktionierenden Gemeindekirchenrat. Sie ist begeisterte Sängerin im Hallenser Kammerchor "conivium musicum". Jetzt, sagt sie, müsse sie erst einmal ihr "ganzes Privates neu sortieren".

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