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Anhalt-Bitterfeld: Neues Teilstück der B6n kann gebaut werden

Uhr | Aktualisiert 17.12.2012 22:16 Uhr
Bauarbeiten an der B6n bei Bernburg. Sie soll einmal bis zur A9 führen. (ARCHIVFOTO: GEHRMANN) 
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Die Lücke zwischen Köthen und der Autobahn 9 kann geschlossen werden. Das Landesverwaltungsamt gab am Montag seine Zustimmung für das nächste Teilstück der Bundesstraße 6n.
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Halle (Saale)/dpa. 

Ein umstrittenes Projekt nimmt seinen Lauf: Seit Montag besteht Baurecht für den Abschnitt der B 6n von Köthen bis an die A 9 bei Thurland. Das Landesverwaltungsamt Halle hat den Planfeststellungsbeschluss für das mehr als 15 Kilometer lange Teilstück gefasst. Ein Termin für den Baubeginn der aktuell geplanten Trasse existiert derzeit nicht. "Die Bauzeit wird drei bis vier Jahre betragen, einschließlich Vorbereitung", sagt Peter Mennicke, Pressereferent des Verkehrsministeriums Sachsen-Anhalt auf Nachfrage. "Die B 6n gehört zu unseren wichtigsten Infrastrukturprojekten", erklärt Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Die Trasse sei das Rückgrat für die weitere wirtschaftliche Belebung der umliegenden Orte und entlaste die Innenstädte vom Durchgangsverkehr.

Doch das Projekt ist umstritten. In den vergangenen Wochen wurde in Raguhn-Jeßnitz der Sinn des neuen Teilstücks für die Region angezweifelt. Viel größer noch ist die Furcht vor einer Weiterführung nach Osten, die Landschaften zerschneiden und Einwohner belasten würde. Der Bürgermeister von Raguhn-Jeßnitz, Eberhard Berger (CDU) hatte Widerspruch gegen das aktuell geplante Vorhaben ab Köthen eingelegt. "Darauf gab es eine Antwort, in der man sich verwundert zeigte. Die Anhörung war ja bereits erfolgt. Insofern gab es wenig Hoffnung, das Vorhaben zu verhindern", so das Stadtoberhaupt. "Wichtig ist, dass wir uns bei der weiteren Planung für die nächsten Abschnitte einbringen und das werden wir." Man habe sich bereits zu einer Beratung im Rathaus versammelt, bei der unter anderem Fraktionsvorsitzende des Stadtrates anwesend waren. "Wir wollen uns mit Kommunen an einen Tisch setzen, die von der weiteren Trasse in der jetzigen Form betroffen wären."

Das will auch Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide. "Im Landesentwicklungsplan Sachsens ist der Endpunkt der B 6n in Torgau. Das lässt befürchten, dass die Strecke mitten durch die Dübener Heide führen soll." Das mache aber hinsichtlich einer besseren Anbindung oder Entlastung in der Region keinen Sinn. Eine Strecke weiter nördlich im Bereich Dessau und Wittenberg hingegen schon. Dazu habe man Position bezogen - bisher ohne Erfolg, so Mitzka. "Wir werden uns mit allen Mitteln gegen eine Trasse durch die Dübener Heide wehren. Dazu nutzen wir das Mitspracherecht bei den Planungen, aber darüber hinaus werden wir als Moderations- und Informationspartner auftreten." Man habe Bürgermeister betroffener Orte angeschrieben, auch mit Raguhn-Jeßnitz wolle man an einen Tisch kommen. "Wir möchten ein gemeinsames Bündnis und die Bürger immer wieder informieren."

In den Bau des Abschnitts von Köthen bis Thurland sollen rund 36 Millionen Euro investiert werden. Das Planfeststellungsverfahren begann 2009. Fast 60 Träger öffentlicher Belange und mehr als 70 Betroffene hatten sich beteiligt, im September 2011 wurde es erörtert, so das Verkehrsministerium. Planfeststellungsbeschluss und Unterlagen werden vom 14. bis 27. Februar unter anderem in Zörbig und Raguhn-Jeßnitz ausgelegt.

Die derzeit auf knapp 87 Kilometern fertig gestellte Ost-West-Achse der B 6n soll die Standortbedingungen in anliegenden Landkreisen verbessern sowie eine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Harzregion schaffen, heißt es beim Ministerium. Insgesamt sind rund 525 Millionen Euro investiert worden. In den nächsten Jahren soll die "Nordharzautobahn" bis zur A9 weitergeführt werden - auf den letzten 36,6 Kilometern als dreispurige Trasse. Nach der Gesamtfertigstellung soll die B 6n 127 Kilometer lang sein und 700 Millionen Euro gekostet haben.

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