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Anhalt-Bitterfeld: Kommunen bereiten sich auf den Winter vor

Uhr | Aktualisiert 28.11.2012 21:29 Uhr
Der Winter kündigt sich an. Aber niemand weiß, ob und wieviel Schnee fallen wird. Dennoch gilt es vorbereitet zu sein. (FOTO: ANDRÉ KEHRER) 
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Die Kommunen im Altkreis Bitterfeld bereiten sich auf den Winter vor. Auch beim Umgang mit Abfalltonnen ist Vorsicht geboten.
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bitterfeld/MZ. 

Der Winterdienst ist ein Geschäft mit vielen Unbekannten, denn niemand weiß, wann und wie intensiv der erste Schneefall einsetzt. Dennoch gilt es vorbereitet zu sein. Doch nicht nur die Kommunen werden in die Pflicht genommen, sondern auch die Bürger. Und für die heißt es nach den derzeitig gültigen Satzungen in der jeweiligen Gemeinde: Jeder hat den Gehweg vor seiner eigenen Haustür zu kehren beziehungsweise zu schieben. 1,50 Meter soll die eis- und schneebefreite Schneise breit sein. Zwischen 7 und 20 Uhr sind Eigentümer und Besitzer dazu verpflichtet. Allerdings gibt es Ausnahmen.

So machen der Stadt Bitterfeld-Wolfen beispielsweise die herrenlosen Schrottimmobilien zu schaffen. "Also müssen wir im Rahmen der Gefahrenabwehr hier Abhilfe schaffen", sagt der zuständige Fachbereichsleiter, Peter Arning. Als ob man sonst nicht schon genug zu tun hätte, denn die große Stadt hat in Sachen Winterdienst auch ein großes Programm zu absolvieren. Unabhängig von den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen belaufen sich allein die städtischen Straßen im gesamten Stadtgebiet auf annähernd 200 Kilometer. Doch um im Ernstfall der Lage Herr zu werden, bekommt der Stadthof Unterstützung. Während er in Wolfen und Thalheim die Straßen und Wege frei macht, kümmern sich in Bitterfeld, Greppin und Holzweißig private Firmen darum. In Summe eine kostenintensive Angelegenheit. "Etwa 10 000 Euro sind pro Einsatztag veranschlagt", so Arning.

Je länger der Winter, desto teurer folglich der Winterdienst. Das weiß auch Thomas Seidewitz. Er ist in Muldestausee mit der Koordination entsprechender Arbeiten betraut. Zwar betreut die Gemeinde in Summe nur knapp 100 Straßenkilometer. Allerdings verteilen die sich auf 13 Ortschaften, die zum Teil weit auseinanderliegen. "Da macht ein zentraler Standort keinen Sinn und so haben wir in den meisten Orten je ein eigenes Fahrzeug mit Schiebetechnik stehen."

Ähnlich sieht es in der Stadt Raguhn-Jeßnitz aus. Zwar habe man im Altlandkreis mit 50 Kilometern die kürzeste Strecke vom Schnee zu befreien, aber auch diese erstrecken sich über ein großes Territorium, sagt Ordnungsamtschef Mario Gerlach. Da aber der städtische Bauhof nicht über ausreichend Mitarbeiter und Technik verfügt, bediene man sich wie in vielen Orten fremder Firmen. "Insgesamt sind es fünf an der Zahl." Dem Bauhof stehen Aufsatzrasenmäher, die zu Schneefräsen umgerüstet werden können, sowie Traktoren zur Verfügung. "Die Technik ist einsatzbereit und kann bei Bedarf sofort umgerüstet werden." Momentan sei man mit diese Gerätschaften aber noch mit großflächigen Laubräumaktionen beschäftigt.

Auch in Zörbig hat man bis zuletzt das Laub gekämpft. Nun wappnet man sich in der Stadt gegen die erwarteten Schneemassen. "Um die 120 Straßenkilometer in den elf Orten kümmert sich die Kommune", sagt Andreas Voss. Zwar hat der Stadthof fünf Winterdienstfahrzeuge, aber der Großteil der Straßen wird von zwei Fremdfirmen gereinigt. Hier sei man eingespielt. Allerdings macht dem Ordnungsamtsleiter das Wechselspiel zwischen den Räumdiensten und Bürgern zu schaffen. "Die einen schieben den Schnee auf die Gehwege, die anderen schippen ihn wieder auf die Straße." Dadurch wird es für Kraftfahrer schwer, ihre Autos abzustellen. Also wäre es sinnvoll, dass die Anwohner den Schnee gleich ans Haus schieben. Doch bei diesem Thema handelt es sich um kein typisches Zörbiger Problem, sondern um eins, das man auch in den anderen Kommunen kennt.

So auch in Sandersdorf-Brehna . Doch natürlich hänge dies immer davon ab, wie viel Schnee fällt und wie lange er liegen bleibt, meint Ordnungsamtschef Reinhard Schorch. Ein Umstand, der auch für den Winterdienst schwer zu kalkulieren sei. "Wir sind für 70 Kilometer Straße verantwortlich. Dabei schieben und streuen wir innerorts. Außerhalb der Ortschaften kommen Fremdfirmen oder auch Landwirtschaftsbetriebe zum Einsatz."

Damit - so die Essenz der MZ-Umfrage - sind die Gemeinden und Kommunen vorbereitet. Der Winter kann also kommen. Zumindest aus Sicht der jeweiligen kommunalen und privaten Winterdienste.

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