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Anhalt-Bitterfeld: Der Wiedehopf ist wieder da

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 19:31 Uhr

Einen Weihnachtsbaum, der nur für die Tiere bestimmt ist, schmücken die jungen Ranger des BUND. (FOTO: THOMAS RUTTKE)

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Flora und Fauna in der Goitzsche werden von Jahr zu Jahr vielfältiger. Mitarbeiter und Ehrenamtliche erforschen das Leben in der Wildnis.
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Bitterfeld/MZ. 

Der Wiedehopf ist wieder da. Was der Laie nur zur Kenntnis nimmt, ist für den Experten eine frohe Botschaft. "Über Jahrzehnte gab es hier in der Region den Vogel nicht mehr", erklärt Heidrun Heidecke von der Stiftung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Wir sind relativ sicher, dass er auch gebrütet hat. Denn er trug Futter und das außerhalb der Paarungszeit, so dass man davon ausgehen kann, dass er nicht seiner Partnerin imponieren wollte sondern Junge zu füttern hatte."

Die Naturschutzstiftung hat dieser Tage einen Rückblick auf ihre Aktivitäten dieses Jahres in der Goitzsche gegeben. Im Mittelpunkt steht das Wildnis-Projekt, das die BUND-Landesverbände Sachsen-Anhalt und Sachsen zwischen 2001 und 2004 mit Spenden und mit Fördergeldern des Landes kauften. Das Areal erstreckt sich über rund 1 300 Hektar im Kerngebiet des ehemaligen Tagebaus. Ziel ist es hier, indem der Natur freier Lauf gelassen wird, zu erforschen, wie sich Flora, Fauna und Landschaft entwickeln, ohne dass der Mensch eingreift. Das Projekt wird von Anfang an wissenschaftlich begleitet. Dazu gehörten auch in diesem Jahr wieder mehrere Arbeiten.

Mit Unterstützung von Bürgerarbeitern zum Beispiel ist das Projekt "Zeit-Wildnis" gelaufen. An zwölf Punkten in der Landschaft sind aus der immer selben Perspektive an jeweils dem gleichen Wochentag das ganze Jahr über Fotos geschossen worden. Auf diese Weise, so Heidecke, "kann man schön nachvollziehen, was sich im Jahresverlauf in der Natur alles tut, wie sich die Landschaft verändert". Ein weiteres Projekt ist eine Pilz-Kartierung. Dazu wurden auf einer bestimmten Fläche alle Pilze registriert, die dort wachsen. Was andere vielleicht belächeln, kann höchst spannend sein. "Wir gucken ja immer nur nach den essbaren Pilzen", sagt sie, "aber es gibt auch die anderen. Sie sagen alle etwas aus über die Entwicklung des Bodens." Über 30 Arten Pilze sind bislang auf dem kargen Untergrund festgestellt worden. Und darunter, versichert sie, sind solche, die auf der Roten Liste stehen, wie zum Beispiel der Erbsenstreuling. Auch die Wege des Elbebibers haben die Naturschützer genau nachvollzogen. Sie haben kartiert, wo sich die Tiere, die unter strengem Naturschutz stehen, in der Goitzsche aufhalten. Insgesamt sechs Biber-Burgen haben sie in der Goitzsche-Wildnis ausfindig gemacht.

Wie interessant die ehemalige Tagebaulandschaft für Natur-Touristen inzwischen geworden ist, verdeutlichen die vielen Anmeldungen, wenn Camps und andere Veranstaltungen ausgeschrieben sind. 103 Veranstaltungen, darunter sieben mehrtägige, haben die BUND-Mitarbeiter in diesem Jahr in der Goitzsche organisiert. Und was Heidrun Heidecke besonders freut ist, dass die Leute inzwischen anfragen und dass sie nicht nur aus der näheren Umgebung kommen.

Längst haben auch Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfälzer die Gegend entdeckt. Auch Leute aus Umweltverbänden und Verwaltungen aus China und Vietnam, aus Chile und anderswo waren da. Nicht zuletzt liegt ihr die Arbeit mit den Kindern am Herzen. So arbeitet der BUND mit Schulen wie der Holzweißiger Grundschule oder der Schule an der Kastanie und mit anderen Einrichtungen wie Kitas zusammen. Auch das Projekt "Juniorranger", das vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, entwickelt sich prächtig, so Heidecke. 15 Mädchen und Jungen sind hier mit Feuereifer dabei. "Aber alles das", sagt Heidrun Heidecke, "wäre ohne das enorme Engagement der Ehrenamtlichen gar nicht denkbar." Sie seien eine große Stütze für die Stiftung.

Für das kommende Jahr stehen schon viele Eckpunkte wie ein Winterferientag, neue Camps, Fotoworkshops und anderes fest.

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