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Anhalt-Bitterfeld: Bilanz des Arbeitsmarktes in der Region fällt postiv aus

Uhr | Aktualisiert 16.01.2013 19:29 Uhr
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Auf ein spannendes und teilweise überraschendes Jahr 2012 auf dem Arbeitsmarkt blickt die Arbeitsagentur Dessau-Roßlau/Wittenberg zurück. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bilanzierte Sabine Edner, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur, eine gute Entwicklung.
Bitterfeld/dessau/MZ. 

Auf ein spannendes und teilweise überraschendes Jahr 2012 auf dem Arbeitsmarkt blickt die Arbeitsagentur Dessau-Roßlau / Wittenberg zurück. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bilanzierte Sabine Edner, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur, eine gute Entwicklung. Drei äußere Einflüsse zeitigten Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt: Die internationale Finanz- und Schuldenkrise, die Insolvenzen von Unternehmen in der Region und die demografische Entwicklung. Unter dem statistischen Schlussstrich unter 2012 aber ist in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und der Stadt Dessau-Roßlau die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten leicht gestiegen. Fast 129 000 Menschen hatten im März 2012 ihren Arbeitsort im Agenturbezirk. Das sind 1 321 mehr als im Vorjahr.

Das Jahr 2012 begann mit 29629 Arbeitslosen und endet mit im Dezember mit 26612 arbeitslosen Männern und Frauen. Die niedrigste Zahl hatte der November mit 25547 Personen, im Jahresdurchschnitt waren 27389 Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die demografische Entwicklung wird in der Altersstruktur der Beschäftigten deutlich: "Ein Drittel der in unserem Agenturbezirk sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist älter als 50 Jahre", sagte Edner. Demgegenüber sank die Zahl jugendlicher Arbeitnehmer um 735 Beschäftigte auf 12 195 Personen. Die Suche und das Streben nach einer gut durchmischten, "gesunden" Altersstruktur gehört für Unternehmen längst zur Pflicht - unter immer schwerer werdenden Voraussetzungen. Sehr bald schon kommen in Sachsen-Anhalt statistisch auf einen Schulabgänger zwei Personen, die in den Ruhestand wechseln werden. Im Jahr 2013 betrifft das im Agenturbezirk schon gut fünf Prozent der jetzt sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, blickt die Agentur-Chefin auf das neue Jahr voraus.

Obwohl die Prognosen der Wirtschaftsweisen für 2013 ein verhaltenes Wirtschaftswachstum vorausschauen, sei die Stimmung in den regionalen Unternehmen weiterhin optimistisch. "Ich bin überzeugt davon, dass die Unternehmen ihre Stammbelegschaft und ihre Fachkräfte halten werden", rechnet Sabine Edner mit Neueinstellungen auch als Reaktion auf die demografische Entwicklung. Die biete auch zusätzliche Chancen. So gehören zum Arbeitslosenbestand etwa 1 000 Jüngere unter 35 Jahren, die noch ungelernt sind und denen eine Erstausbildung angeboten werden soll. Aber auch die Gewinnung von älteren, erfahrenen und gut ausgebildeten Arbeitnehmern aus dem Arbeitslosen-Bestand gehört als ein Stein ins Mosaik. Eine weitere Möglichkeit sieht Edner in der Umwandlung von Teilzeit- in Vollzeitarbeitsverhältnisse. Gerade für Frauen aber fordere eine Aufstockung der Arbeitszeit verbesserte Rahmenbedingungen für die Kinderbetreuung.

Bei der Einschätzung des vorjährigen regionalen Arbeitsmarktes fielen der Agentur noch einige Besonderheiten bei der differenzierten Betrachtung der einzelnen Geschäftsstellen auf. So waren in Anhalt-Bitterfeld (Altkreis Bitterfeld, Altkreis Köthen und Altkreis Zerbst ) im Jahresdurchschnitt insgesamt 11 129 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (12,2 %).

Im neuen Landkreis Wittenberg (Altkreis Wittenberg, Altkreis Gräfenhainichen und Altkreis Jessen) liegt der Jahresdurchschnitt bei 7 481 Arbeitslosen (10,9 %). Für die Stadt Dessau-Roßlau wird unter den neuen Gebietskörperschaften mit 12,4 % die höchste Arbeitslosenquote ausgewiesen. Dort waren 5 322 Männer und Frauen arbeitslos. Die Doppelstadt also ist im Agenturbezirk trotz 125 weniger Arbeitsloser als im Vorjahr das Schlusslicht. Bernburg, bisher zum Bereich der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau gehörend, wechselte zum 31. Dezember 2012 über in die neue Agentur des Salzlandkreises, die in Bernburg ihren Sitz hat. Im Salzlandkreis waren 2012 durchschnittlich 12 611 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Quote lag bei zwölf Prozent.

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