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Sonderausstellung in Bernburg: Ausgrenzung deutscher Fußball-Helden

Die Gedenkstätte in Bernburg

Die Gedenkstätte in Bernburg

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Archiv/Pülicher

Bernburg -

In der Bernburger Gedenkstätte für Opfer der NS-„Euthanasie“ Bernburg, Olga-Benario-Straße 16/18, ist von Donnerstag an bis zum Sonntag, 28. Februar, die Sonderausstellung „Kicker-Kämpfer-Legenden. Juden im deutschen Fußball“ zu sehen. Die Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum thematisiert die Bedeutung von Juden im deutschen Fußball. Als Spieler, Trainer, Funktionäre und Journalisten machten sie die Sportart in Deutschland populär. Als 1932 der FC Bayern München zum ersten Mal den Meistertitel errang, wurden Vereinspräsident Kurt Landauer und Trainer Richard Dombi gefeiert. Beide waren Juden, ebenso Julius Hirsch, Spieler beim Karlsruher FV, und Walter Bensemann, der zahlreiche Vereine ins Leben rief, darunter die Vorläufer von Eintracht Frankfurt und Bayern München. Ab 1933 wurden Spieler, Trainer und Funktionäre ausgegrenzt. Sie durften nur noch in jüdischen Vereinen spielen und arbeiten, ab 1938 waren Sportaktivitäten für Juden ganz verboten.

Die Ausstellung zeigt das Schicksal dieser Fußballer und ihr vergebliches Bemühen um Integration in einer Zeit der Ausgrenzung und Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime.

Begleitend spricht am Donnerstag, 18. Februar, ab 17 Uhr der Berliner Journalist Ronny Blaschke über den „Angriff von Rechtsaußen“. So lautet der Titel seines Buches über die Versuche von rechtsextremen Kreisen, für ihre Zwecke die Fußballszene zu unterwandern – auch in Sachsen-Anhalt. archivFoto: engelbert pülicher

Der Eintritt zu Ausstellung und Vortrag sind frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte zu sehen: dienstags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr sowie am Sonntag, 7. Februar, von 11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. (mz)


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