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Schulen im Salzlandkreis: Ausschlafen für Schulkinder?

Es ist die große Frage: Wie viele Buskilometer können künftig eingespart werden?

Es ist die große Frage: Wie viele Buskilometer können künftig eingespart werden?

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engelbert pülicher

bernburg -

Es wäre wohl der Traum jedes Schülers, wenn die Klingel zum Unterrichtsstart etwas später läuten würde als bisher. Für manche Jungen und Mädchen könnte der Traum bald Wirklichkeit werden. Denn die Kreisverwaltung ist vom Kreistag damit beauftragt worden, flexiblere Unterrichtsanfangs- und -endzeiten von Schulen voranzutreiben. Hintergrund dieses Vorstoßes ist allerdings nicht das Mitleid mit müden Schülern, sondern Einsparungen, die sich der Landkreis damit erhofft. Konkret geht es um den Personennahverkehr, der die derzeit rund 6700 Fahrschüler in ihre Bildungseinrichtungen befördert.

Busse und Wartezeiten könnten eingespart werden

Weil das nahezu zeitnah passieren muss, sind derzeit noch mehr Busse dafür unterwegs als eigentlich nötig, erklärt der zuständige Fachdienstleiter für Kreis- und Wirtschaftsentwicklung, Tilo Wechselberger. Deshalb soll nun geprüft werden, inwieweit flexiblere Unterrichtszeiten Sinn machen. Erste Erfolge habe es bereits in der jüngsten Vergangenheit gegeben. So konnten zum Beispiel durch die Anpassung von Unterrichtsbeginn- und -endzeiten bei der Ganztagsschule Campus Technicus und dem Gymnasium Carolinum nicht nur die Wartezeiten für die Schüler bereits verkürzt, sondern auch die Hälfte der Busse eingespart werden.

In Zahlen ausgedrückt sind das immerhin 40 000 Fahrplankilometer weniger im Jahr. Ähnliches erhofft sich die Kreisverwaltung auch in Schönebeck. Auch dort müssten durch angepasste Schulzeiten der Bildungseinrichtungen weniger Busse fahren. „Wir werden auch in diesem Fall mit den Schulleitern und Elternkuratorien das Gespräch suchen“, sagt Wechselberger. Dies war auch die Forderung der Kreistagsmitglieder.

Satzung zur Schülerbeförderung abgelehnt

Damit ist allerdings noch nicht geklärt, wie es mit der Satzung zur Schülerbeförderung weitergehen soll. Sie ist mehrheitlich bei der jüngsten Sitzung des Kreistages abgelehnt worden. Problempunkt: Der Landkreis hatte vorgeschlagen, die Mindestentfernungen zwischen Wohnung und Schule anzuheben. Das bedeutet, dass etwa Schüler am Stadtrand von Bernburg nicht mehr in den Genuss einer kostenlosen Schülerbeförderung kommen würden und stattdessen mit dem Fahrrad oder kostenpflichtig mit dem Bus zur Schule fahren müssten.

Für den Landkreis bedeutet das Heraufsetzen der Mindestentfernung weniger Schüler, die Anspruch auf die Erstattung der Beförderungskosten haben. Betroffen davon wären rund 330 Schüler ausschließlich in den Kernstädten Aschersleben, Bernburg, Calbe, Schönebeck und Staßfurt. Wie bereits berichtet, erhofft sich der Landkreis damit allein für das Schuljahr 2016/2017 eine Ersparnis in Höhe von 125 000 Euro.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. „Das Thema wird uns wieder beschäftigen müssen“, sagt Wechselberger. Wenn nicht bei der nächsten Kreistagssitzung, dann aber bei einer der folgenden. (mz)


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