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Salzlandkreis: Kunden werden Opfer professioneller Datendiebe

Uhr | Aktualisiert 22.12.2011 21:16 Uhr
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Ulrich Wagner

Ulrich Wagner (FOTO: MZ)

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Kunden der Sparkasse sind womöglich Opfer einer organisierten Bande geworden. Nach Aussage von Kriminalhauptkommissar Ullrich Wagner war die Vorgehensweise beim jüngsten Skimming-Fall in der Sparkassen-Filiale in der Bernburger Friedensallee äußerst professionell.
ASCHERSLEBEN/MZ. 

Dafür spreche unter anderem die technische Ausrüstung. "Jeder von uns hätte zum Opfer werden können", sagte der Ermittler des Polizeireviers Salzlandkreis. Die beiden Täter, zwei junge Männer, von denen mittlerweile die Staatsanwaltschaft Videoaufnahmen besitzt, hatten am vergangenen Samstag um 11 Uhr einen Automaten in der Filiale so manipuliert, dass sie Kontodaten von rund 200 Kunden der Sparkasse ausspähen konnten.

Kein Schaden dank Technik

Wagner konnte am Donnerstag teilweise Entwarnung geben. Bislang habe es keine Abbuchungen gegeben, ein Schaden sei also noch nicht entstanden. Allerdings kann der Ermittler nicht ausschließen, dass die Täter in Zukunft versuchen werden, Geld aus dem Ausland abzuheben. Aus dem Ausland deshalb, weil die Sicherheitstechnik in Deutschland eine Abbuchung mit Hilfe einer angefertigten Kopie nicht mehr möglich macht.

Ute Cziesla, Sprecherin der Salzlandsparkasse, kann Kunden, denen ungewöhnliche Abbuchung auffallen, indes beruhigen. "Wir übernehmen in diesen Fällen die volle Haftung", sagte sie. Die betroffenen Konten wurden bereits am vergangenen Sonntag, 14 Uhr, gesperrt. Kurz vorher hatte nach Aussage von Wagner ein Kunde auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht. Der Mann hatte wohl Probleme beim Geldabheben. Derzeit schickt die Sparkasse neue EC-Karten mit entsprechend neuen Pin-Nummern heraus. Wann diese bei den Kunden ankommen, konnte Cziesla nicht sagen.

Erst der zweite Versuch

Bislang ist die Sparkasse von Skimming-Fällen verschont geblieben. Trotzdem ist das Thema bei der Polizei im Salzlandkreis bekannt. Im vergangenen Jahr entstand der Deutschen Bank ein Schaden von über 100 000 Euro, weil Kriminelle die Filiale am Karlsplatz manipuliert hatten. Mehr als 100 Strafanzeigen gingen damals bei der Polizei ein. Erst im November registrierte die Sparkasse einen Skimming-Versuch in Güsten. Die Hardware habe sich einige Zeit am Automaten befunden, ein Schaden wurde der Polizei aber nicht angezeigt, so Wagner. Dass es sich um die gleichen Täter handelt, kann der Ermittler zwar nicht ausschließen, die Vorgehensweise aber sei nicht die gleiche gewesen wie im jüngsten Fall in der Bernburger Friedensallee.

Dort setzt die Sparkasse nach eigener Aussage die fortschrittlichste Sicherheitstechnik ein, die es derzeit gibt. Dass es den Tätern trotzdem gelang, an die Daten heranzukommen, zeigt, wie professionell gearbeitet wird. Ermittler Wagner erklärte, dass die Filiale zunächst systematisch ausspioniert worden ist. Die Täter entfernten dann am vergangenen Samstag die Sichtblende der Tastatur und installierten eine Kamera, die nicht größer war als ein Stecknadelkopf.

Weniger Skimming-Angriffe

In Sachsen-Anhalt gab es ohne den Fall in Bernburg in diesem Jahr 33 Skimming-Angriffe. Der Schaden beläuft sich auf über 500 000 Euro. Tatsächlich ist die Zahl der Diebstähle, die auf manipulierte Geldautomaten zurückzuführen sind, aber rückläufig. Das sagte Stefan Damke vom Landeskriminalamt. Im Jahr 2010 betrug der Schaden nach 69 Skimming-Angriffen eine Million Euro.

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