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Nach Erdfall zwischen Peißen und Bernburg: Illegal im Sperrgebiet unterwegs

Trotz Warnungen durch Verkehrsschilder und einer tiefen Rinne, die das Befahren verhindern soll, gibt es eindeutige Hinweise, dass Autofahrer das Sperrgebiet am Tagesbruch auf der Bernburger Deponie illegal befahren.

Trotz Warnungen durch Verkehrsschilder und einer tiefen Rinne, die das Befahren verhindern soll, gibt es eindeutige Hinweise, dass Autofahrer das Sperrgebiet am Tagesbruch auf der Bernburger Deponie illegal befahren.

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engelbert pülicher

Bernburg -

Lebensgefahr! Die lauert nun schon seit mehr als fünf Jahren hinter der ausgebaggerten Fahrrinne an der ehemaligen Landesstraße zwischen Peißen und Bernburg. Doch offenbar scheinen Verkehrsteilnehmer in jüngster Vergangenheit immer wieder diese Warnungen zu ignorieren. Dabei klafft noch immer ein rund 40 Meter tiefes Loch auf der alten Deponie. Davon scheinen sich manche aber wenig beeindrucken zu lassen. Der Beweis: Reifenspuren und ein zerfahrener Weg hinter der gekennzeichneten Gefahrenzone. Besonders ärgerlich ist das für die zuständige Landesstraßenbaubehörde. „Wir haben umfangreiche Maßnahmen vorgenommen. Es ist aber ausgeschlossen, dass man den Letzten daran hindert, das Gebiet zu befahren“, sagt der zuständige Regionalbereichsleiter Stefan Hörold.

Unterbinden illegaler Rennen

Schließlich weisen nicht nur Schilder auf das Fahrverbot hin. Im April 2014 hatte die Autobahn- und Straßenmeisterei in Plötzkau die ehemalige Zufahrt zu dem Gelände aus Richtung Peißen sogar zusätzlich ausbaggern lassen, um die illegalen Auto- und Motorradrennen zu unterbinden.

Offenbar aber nur mit mäßigem Erfolg, wie sich nun herausstellt. Weitere Schritte sind trotzdem nicht geplant. Stattdessen appelliert Hörold an die Vernunft alle Verkehrsteilnehmer, sich an die Warnungen zu halten, denn: „Die Befahrung ist gefährlich.“

Loch kann zur Lebensgefahr werden

Dass kann auch Gerhard Jost, Dezernatsleiter beim Landesamt für Geologie und Bergwesen, unterschreiben. Dort hat man sich ebenfalls dem tiefen Krater angenommen. „Wir suchen nach einer dauerhaften Lösung für die Gefahrenstelle“, sagt Jost. Zur Debatte steht auch, das riesige Loch zu verfüllen, das sich seit seiner Entstehung sogar noch etwas vergrößert hat. Immer wieder sei die Erde nachgerutscht. Deshalb warnt Jost davor, sich dem Loch und dessen Kante zu nähern: „Es ist lebensgefährlich. Wer dort abstürzt, hat wenig Chancen zu überleben.“

Endgültige Lösung wird gesucht

Das Gebiet zu betreten oder zu befahren, sei aber auch im Allgemeinen gefährlich. Deshalb birgt der Plan, das Loch zu schließen, einige Schwierigkeiten. „Wir können dort nicht mit schwerem Gerät vorfahren“, sagt Jost. Zu groß sei das Risiko, dass die Erde wegen des Drucks erneut nachgibt und dann Mensch und Maschine mit sich reißt. Deshalb würden derzeit auch andere Varianten geprüft. Mittelfristig soll dazu eine endgültige Entscheidung fallen.

Um aktuelle Erkenntnisse zu erlangen, sind regelmäßig Mitarbeiter des Bergamtes vor Ort, um das Loch und die Standfestigkeit des Gebiets zu untersuchen. (mz)


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