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Krankenhäuser im Salzlandkreis: Ausgliederung von Ameos-Mitarbeitern sorgt für Kritik

Ameos-Klinikum Bernburg

Das Ameos-Klinikum in Bernburg.

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Pülicher

Bernburg -

Der Schweizer Klinikbetreiber Ameos treibt die Umstrukturierung der Krankenhäuser im Salzlandkreis, im Harz und im Bördekreis weiter voran. Wie der für Sachsen-Anhalt zuständige Ameos-Generalbevollmächtigte Patrick Hilbrenner auf MZ-Anfrage bestätigte, sollen jetzt die Labormitarbeiter in eine eigens gegründete Servicegesellschaft ausgegliedert werden. Die Gesellschaft solle zukünftig als Dienstleister für alle Ameos-Kliniken im Land arbeiten, hieß es.

Dazu seien in der vergangenen Woche bereits Gespräche mit allen ärztlichen Direktoren geführt worden, sagte Hilbrenner am Sonntagabend weiter. Ziel sei, Kompetenzen an einigen Standorten zu bündeln, um die Leistung in der Diagnostik zu verbessern. Einzelne Labors an den jeweiligen Standorten sollen jedoch nicht geschlossen werden. Betroffen von den Plänen sind 20 Mitarbeiter am Klinikum in Halberstadt und 18 Beschäftigte in Aschersleben. Hinzu kommen ähnlich viele Mitarbeiter in Bernburg, Staßfurt, Schönebeck und Haldensleben.

Kritik von Verdi

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte, dass die Labormitarbeiter ähnlich wie Beschäftigte anderer Bereiche neue Einzelarbeitsverträge abschließen sollen - und dann möglicherweise zu schlechteren Bedingungen wie weniger Urlaubstage oder kürzere Kündigungsfristen arbeiten müssen. Das Gesetz schreibe dagegen vor, Arbeitnehmer mit allen Rechten und Pflichten in die jeweilige neue Gesellschaft zu überführen, so Gewerkschaftssekretär Jens Berek. Er nannte die Vorgehensweise des Klinikbetreibers skrupellos. „Wer nicht gleich unterschreibt, wird unter Druck gesetzt“, sagte Berek am Montag der MZ. Er forderte den Klinikbetreiber auf, sich an die geltenden Gesetze zu halten.

Hilbrenner erklärte zunächst nur, dass den Mitarbeitern Verträge zu gleichen finanziellen Konditionen angeboten werden sollen. „Damit“, so der Generalbevollmächtigte, „können die Ameos-Kliniken in Sachsen-Anhalt auch zukünftig wettbewerbsfähige Krankenhausleistungen erbringen.

Neue Anstellung zu schlechteren Bedingungen?

Die Betriebsratsvorsitzende des Klinikums in Halberstadt, Kornelia Fellner, befürchtet unterdessen ähnlich wie die Gewerkschaft, dass ihre Kollegen in den Labors zu schlechteren Bedingungen in den neuen Gesellschaften angestellt werden. „Insbesondere dann, wenn es sich um langjährige Beschäftigte des Hauses handelt.“ Das hätten die Erfahrungen der Vergangenheit immer wieder gezeigt - trotz anders lautender Zusagen des Arbeitgebers, so Fellner. Sie kritisierte zugleich, dass mit der Ausgliederung der Mitarbeiter „die Rechte der Arbeitnehmer weiter ausgehebelt werden“. Grund: Mit dem Wechsel einzelner Mitarbeiter wird auch der Betriebsrat kleiner.

Der Betriebsratsvorsitzende der Kliniken im Salzlandkreis, Olaf Haberecht, nannte die Mitteilung der Gewerkschaft Verdi vom vergangenen Freitag dagegen nebulös. Bevor er sich zu den Vorwürfen äußere, wolle er jedoch zunächst ein Treffen mit den anderen Betriebsräten aus Sachsen-Anhalt am Donnerstag abwarten, erklärte Habe-recht lediglich auf MZ-Anfrage. (mz)


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