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Feuer in Haus von ausländischen Studenten in Bernburg: Polizei spricht von schwerer Brandstiftung

Kellerbrand in Bernburg

Die Feuerwehr beim Einsatz während des Kellerbrands in einem Haus in der Bernburger Innenstadt.

Foto:

Sebastian Krüger

Bernburg -

Die Polizei geht bei einem nächtlichen Feuer im Keller eines von ausländischen Studenten bewohnten Hauses am Bernburger Rheineplatz von schwerer Brandstiftung als Ursache aus. Das haben die Beamten des Reviers am späten Sonntagnachmittag bekannt gegeben. Einen technischen Defekt schließen die Ermittler mittlerweile aus.

In der Nacht zum Sonntag war in dem Wohnhaus, in dem 18 Studenten der Hochschule Anhalt leben, ein Brand ausgebrochen. Nach Angaben der Polizei ist das Gebäude nach Bemerken des Feuers zügig evakuiert worden. Die Bewohner - allesamt Studenten aus dem Jemen, China, Vietnam und Indien - befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in dem Gebäude, so die Polizei weiter. Sie blieben glücklicherweise unverletzt.

Starker Rauch durch Plastik

Gegen 1 Uhr am gerade angebrochenen Sonntag war der Brand durch starke Rauchentwicklung bemerkt worden. Der dichte und beißende Qualm entstand durch im Keller gelagerte Plastikbehältnisse, so die Polizei. „Der Rauch erschwerte die Löscharbeiten der Einsatzkräfte. Die Feuerwehr Bernburg war mit vier Einsatzfahrzeugen und 18 Kameraden, die den Brand unter Atemschutz bekämpften, vor Ort“, so Feuerwehr-Pressesprecher Tilo Timplan. Auch Polizei und Rettungswagen waren sicherheitshalber angefordert worden und mit je zwei Fahrzeugen am Brandort. In dem Gebäude befindet sich nach Polizeiangaben im Erdgeschoss auch ein Brautmodengeschäft, das in den Kellerräumen Sachen gelagert hatte. Diese gerieten mit in Brand.

Spezialermittler wird hinzugezogen

Derzeit, so die Polizei, gebe es keine Hinweise darauf, dass die Brandstiftung fremdenfeindlich motiviert war. Doch seien die Befragungen der Bewohner und möglicher Zeugen noch nicht abgeschlossen. Ist das geschehen, könne man vielleicht auch Erkenntnisse zum Motiv erlangen. Im Vorfeld des Feuers war es vor dem Haus zu keinen Zwischenfällen gekommen, sagte ein Polizeisprecher.

Allerdings werde ein Spezialisten zur Untersuchung der Ursache hinzugezogen. Er soll heute seine Arbeit aufnehmen.

Die Studenten sind in von der Stadt Bernburg bereit gestellten Ersatzunterkünften untergebracht. Ihre bisherigen Quartiere sind vorerst nicht bewohnbar. Das ist in erster Linie auf giftige Rückstände zurückzuführen, die beim Verbrennen von Plastik im Keller entstanden waren. Ein weiterer Grund ist, dass alle Versorgungsleitungen in dem Haus durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen wurden. (mz)


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