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Fernsehen: «Kripo live» dreht in Bernburg

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 20:22 Uhr
Statisten stellen das Knacken eines Spielautomaten nach. Autor Claudius Fischer (2.v.r.) und Kameramann Jens Bungies sind mit der Aufnahme zufrieden. Für die MDR-Sendung «Kripo live» wird der Einbruch in das Bistro am Bernburger Bahnhof nachgestellt. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER) 
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Echte Verbrechen im Fernsehen: Die Polizei in Bernburg hofft, einen Einbruch in ein Bahnhof-Bistro durch einen MDR-Fernsehbeitrag bei "Kripo live" am Sonntagabend aufzuklären.
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bernburg/MZ. 

Sechs Versuche sind nötig, dann ist die Aufnahme im Kasten. "Ich bin doch etwas aufgeregt", gestand Ismail Erkut. Dass der Mitarbeiter vom Bistro und Restaurant am Bernburger Bahnhof plötzlich einen Tag lang vor der Kamera steht und dafür kaum am Dönergrill oder in der Küche anzutreffen ist, ist ein "Verdienst" von Ganoven. Diese nämlich sind in der Nacht zum 5. Januar in das Bistro eingebrochen, haben dort alles durchwühlt und Spielautomaten aus der Verankerung gerissen, geknackt und sind bislang spurlos verschwunden. Die Bernburger Polizei hofft nun, den Einbrechern auf die Spur zu kommen, indem der Fall in der nächsten Sendung von "Kripo live" am Sonntag ab 19.50 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt wird.

Claudius Fischer, Autor von "Kripo live", beruhigt den Bistro-Mitarbeiter, der sich bei seiner Schilderung der Dinge kurz verhaspelt hatte: "Ist schon in Ordnung. Kein Problem, wir drehen das einfach nochmal." Und schon hat Kameramann Jens Bungies die ursprüngliche Einstellung wieder eingerichtet und Tontechniker Olaf Schuller das Mikrofon wieder bereit gemacht. Insgesamt sechsmal muss die Szene wiederholt werden. Was aber in den meisten Fällen nicht an Ismail Erkut lag, sondern daran, dass mal jemand im Hintergrund durchs Bild lief, vorn im Verkaufsraum zu laut gesprochen wurde oder die Technik beim Zubereiten der Speisen zu lauten Krach machte.



"Wir arbeiten bei der Suche nach Kriminellen nicht das erste Mal mit dem Fernsehen zusammen", erklärte Jörg Methner, Pressesprecher des Polizeireviers Bernburg. Dadurch habe die Polizei schon manches Mal wichtige Hinweise aus der Bevölkerung bekommen, die die Ermittlungen erfolgreich verlaufen ließen.



Claudius Fischer und seine Crew sind ein eingespieltes Team. Sie sind freischaffend und drehen die Bernburger Szenen im Auftrag der Saxonia Entertainment GmbH, die die Serie "Kripo live" wiederum für den MDR produziert. Dass es nicht die erste Folge ist, die von dem Team in Bernburg produziert wird, ist Claudius Fischer anzumerken. Kaum vor Ort, entwickelt er seine Vorstellungen über die Kameraeinstellungen und die Szenen, die er für den gestalteten Filmbericht braucht. Bis auf unvorhersehbare Störungen läuft alles wie am Schnürchen. Mit Hilfe von zwei Statisten, die das Geschehen nachstellen, wird der Einbruch für die Zuschauer anschaulich gemacht.

"Die Täter - es müssen wenigstens zwei gewesen sein - haben den Ort vorher allem Anschein nach ausspioniert", meinte Methner. "Vielleicht waren sie sogar Gäste im Bistro und haben sich alles angesehen." Der Einbruch wurde wenige Minuten nachdem Ismail Erkut kurz vor Mitternacht am 4. Januar das Bistro verlassen hatte, durchgeführt. "Die haben wohl darauf gewartet, dass hier Schluss gemacht wird", mutmaßt der Polizist. Dann sind die Täter über den Fahrradständer links vom Bahnhofsgebäude auf das Dach gestiegen. Sie gingen auf den Dachflächen an der Rückseite des Hauses zum anderen Giebel und bohrten dort ein Fenster auf. Im Gebäude haben die Täter dann mehrere Trockenbauwände eingeschlagen und durch das entstandene Loch nachgesehen, was im Raum dahinter ist. Einbruchspuren finden sich auch im Keller, wo sie versuchten, Türen aufzuhebeln. Ins Bistro gelangten die Langfinger durch ein Loch in der Trockenbauwand. Dort knackten sie die Spielautomaten und raubten eine Kassette mit Wechselgeld. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf insgesamt bis zu 12 000 Euro.

Die Bistrobetreiber bleiben auf dem Schaden sitzen. "Wir hatten zunächst alles Geld in die Ausstattung des Bistros gesteckt, der Versicherungsvertrag sollte dann kurz darauf abgeschlossen werden", berichtete Erkut. Die Einbruchspuren wurden inzwischen im Gastraum beseitigt. Nun hoffen er und sein Bruder Halil Erkut, dem das Bistro gehört, darauf, dass die Kunden weiterhin so zahlreich kommen, damit der Schaden möglichst schnell ausgeglichen werden kann.

"Wir bitten alle Bürger, die Kenntnis von kriminellen Handlungen haben, sich gleich an die Polizei zu wenden", appellierte Jörg Methner. Da reiche schon der auch anonyme Hinweis, dass gerade etwas passiert. "Wir gehen jedem Tipp nach. Mehr Hinweise bedeuten auch mehr Aufklärungserfolge."

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