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Mitteldeutsche Zeitung | Berufsfindungsmesse in Bernburg: 48 Aussteller präsentieren sich im Serumwerk
21. February 2016
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Berufsfindungsmesse in Bernburg: 48 Aussteller präsentieren sich im Serumwerk

Florian Kurtz (l.) und Jakob Lücke

Florian Kurtz (l.)  lässt sich von Jakob Lücke die Funktionsweise des Vermessungsgerätes erklären.

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Engelbert Pülicher

Bernburg/Aschersleben -

Justin Schynawa kommt nicht unvorbereitet. Geht ja auch um nichts Geringeres als seine Zukunft. Die Bewerbungsmappe mit Lebenslauf und Zeugniskopien griffbereit habend, stürzt er sich ins Messegewühl, um sich über Ausbildungen im Allgemeinen und Perspektiven in der Region im Speziellen zu informieren.

Vorstellen, wo es mit ihm beruflich hingehen soll, kann sich der 15-Jährige aus Ilberstedt, der im Sommer kommenden Jahres mit der Schule fertig wird, viel: angefangen vom Beruf des Versicherungskaufmanns über den des Verwaltungsfachangestellten bis hin zu einer Laufbahn bei der Bundeswehr. „Ich möchte mir alle Möglichkeiten offenhalten“, erklärt der Schüler, während er - abermals zielgerichtet - den Stand der Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt, die ihren Sitz in Aschersleben hat, ansteuert. Die Fachhochschule ist eine von 48 Ausstellern, die sich am Sonnabend zur sechsten Berufsfindungsmesse präsentiert haben.

Polizeioberkommissar Andreas Hulsch mit dem 15-jährigen Justin Schynawa

Polizeioberkommissar Andreas Hulsch informiert den 15-jährigen Justin Schynawa aus Ilberstedt, der mit seiner Mutter Doreen zur Messe gekommen ist, über Ausbildung und Studium an der Fachhochschule Polizei.

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Engelbert Pülicher

Die gemeinschaftliche Veranstaltung der Agentur für Arbeit Bernburg und des Arbeitskreises „SchuleWirtschaft“, die wiederholt unter der Schirmherrschaft des Bernburger Oberbürgermeisters Henry Schütze stand, hat diesmal im Serumwerk stattgefunden und weit mehr als 700 Besucher angezogen. Ziel dieser Messe sei es, Jugendlichen aufzuzeigen, wie sie ihre berufliche Zukunft in der Region gestalten können.

„Man muss eigentlich nicht mehr weg“, sagt Stefanie Deutschbein von der Agentur für Arbeit. Denn der Salzlandkreis gehöre zu den Regionen, in denen das Verhältnis von gemeldeten Ausbildungsstellen und Bewerbern „rein zahlenmäßig“ und unbesehen der Interessenlage aufgehe.

Was ihr allergrößtes Interesse - das Reiten - angeht, gibt sich Jessica Pintér keinen Illusionen hin. Hobby bleibt Hobby, gelernt wird was anderes. Also nutzt sie die Messe, um sich nach Alternativen umzuschauen. In puncto Ausbildung „ist die Sparkasse bisher mein Favorit“, die Sache mit dem Auslandsjahr, die sich die 16-jährige Bernburgerin in den Kopf gesetzt hat, allerdings auch noch nicht vom Tisch. Aktiv werden muss sie jedenfalls bald, ihren Abschluss macht sie in diesem Jahr.

Anja Schwebel und Jessica Pintér

Für Anja Schwebel ist der Friseurberuf eine Berufung. Mit ihrer Begeisterung will sie auch die Schüler anstecken, hier im Bild: Jessica Pintér.

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Engelbert Pülicher

So weit ist es für Florian Kurtz aus Mukrena noch nicht. Er ist 13, besucht die achte Klasse und lotet am Stand des Ingenieurbüros für Vermessung, Planung und Geoinformation koordinatenfaenger.de aus Nienburg schon mal aus, ob der Beruf des Vermessungstechnikers etwas für ihn wäre. „Man muss beizeiten anfangen sich zu orientieren, um herauszufinden, in welche Richtung es gehen soll“, sagt sein Vater, Volkmar Kurtz.

Und Justin? Der ist immer noch ins Gespräch mit Polizeioberkommissar Andreas Hulsch vertieft, nachdem dieser das Zeugnis des Schülers für in Ordnung befunden hat. „Wir sagen nicht mehr, nur weil jemand eine Drei oder eine Vier hat: Du bis raus. Die Eignung wird im Testverfahren festgestellt.“

Dessen Ablauf, was es mit den Laufbahngruppen auf sich hat und welche Verwendungsmöglichkeiten es dann innerhalb der Polizei gibt, erklärt der Mann von der Fachhochschule ein ums andere Mal und verpasst es nicht, jeden einzelnen der vielen Interessenten, die nicht nur seinen Stand umlagern, zum Tag der offenen Tür einzuladen, den die Einrichtung am 18. Juni veranstaltet.

Salzhersteller Esco

Auch Salzhersteller Esco hat sich auf der Berufsfindungsmesse vorgestellt.

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Engelbert Pülicher

Auch die Bernburger Friseurin Anja Schwebel kann sich über mangelndes Interesse an ihrem Handwerk nicht beklagen. Das sei vor der Einführung des Mindestlohns nicht der Fall gewesen. „Ich bin zum fünften Mal dabei und begeistert“, sagt Schwebel, „auch vom internationalen Flair.“ Das kam auf, weil die Agentur für Arbeit im Vorfeld in den Flüchtlingsunterkünften für die Messe geworben hatte. Vor Ort waren auch Übersetzer. Das Resümee der Veranstalter fiel nach vier Messestunden durchweg positiv aus.

„Angefangen haben wir damals im Rathaus“, erinnert sich Oberbürgermeister Henry Schütze, „das wäre heute gar nicht mehr denkbar“, spielt er auf die Vielzahl der Aussteller und die vielen hundert Besucher an. Und tatsächlich müsse man jetzt wieder über eine Erweiterung nachdenken, so Agenturchef Thomas Holz. Angret Zahradnik als Vertreterin des Arbeitskreises sieht die Messe als Beitrag, „die Region ein Stück nach vorn zu bringen“. Dazu aber brauche es auch die Unterstützung der Eltern: „Sie sind die wichtigsten Berufsberater.“ (mz)


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