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Bernburg: Klinik-Mitarbeiter widersprechen Ameos-Management

Uhr | Aktualisiert 21.12.2012 20:39 Uhr
Der Patient Salzland-Kliniken ist schwer krank, so die Diagnose eines Gutachtens. Als Notoperation ist nun eine Entlassung von 360 Mitarbeitern angedacht. (ARCHIVFOTO: PÜLICHER) 
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In den Salzland-Kliniken sollen im Januar 360 Vollzeitstellen gestrichen werden. Seitdem geht auf den Krankenhaus-Fluren die Angst um. Der Arbeitgeber Ameos spricht von zu viel Personal, die Mitarbeiter von Überstunden.
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bernburg/MZ. 

Weil es bislang keine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi gegeben hat, die Arbeitszeiten in den Salzland-Kliniken bei Lohnverzicht von 40 auf 35 Wochenstunden zu senken, hat Betreiber Ameos vor wenigen Tagen angekündigt, im Januar 360 Vollzeitstellen zu streichen. Seitdem geht auf den Krankenhaus-Fluren die Angst um. Welche der gut 1 800 Mitarbeiter wird die Kündigungswelle treffen?

Und es ist in der Belegschaft eine heiße Debatte über den Entlassungsgrund entbrannt. Viele Beschäftigte zweifeln ob des tatsächlichen Arbeitsaufwandes an der Behauptung von Ameos, es gebe zu viel Personal. So seien zumindest in Bernburg Überstunden an der Tagesordnung, die aufgrund der angespannten Personallage in einzelnen Bereichen kaum abgebaut werden könnten.

Durch die Wiedereröffnung des zwei Jahre lang geschlossenen Krankenhauses in Staßfurt vor vier Wochen und dem damit verbundenen Abzug von 140 Mitarbeitern aus den Kliniken in Aschersleben, Bernburg und Schönebeck habe sich die Situation sogar noch verschärft, ist von Mitarbeitern zu vernehmen, die aus anonym bleiben möchten.

Zu wenig oder zu viel Personal - was stimmt? Gewerkschaftssekretär Jens Berek sagte am Freitag der MZ, dass die Geschäftsführung den Personalbedarf anhand der Einnahmen des Klinikums errechnet hat. Und diese sind offenbar viel zu gering. "Daran schuld ist der Salzlandkreis, der es versäumt hat, die Strukturen dahingehend zu ändern, dass die Erlöse steigen", glaubt der Gewerkschafter.

Laut eines Wirtschaftlichkeits-Gutachtens ist vor allem der Standort Aschersleben das Sorgenkind, bei Personalkosten wie Mitarbeiterzahl. So bestehe hier sogar ein Überhang von 34 Prozent. In Bernburg und Schönebeck seien jeweils rund 20 Prozent der Personalkosten nicht refinanziert.

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