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Anschlag in Calbe: Schüsse auf Neffen des Imbissbesitzers

Kundgebung gegen Rechts in Bernburg

Ibrahim Toe (vorn) aus Bernburg und Robert Fietzke aus Magdeburg bringen ein Banner am Bahnhof an. Eine Kundgebung zeigte nach der Attacke in Bernburg Flagge gegen rechts.

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ute Nicklisch

calbe/Bernburg/MZ -

Wie die Polizei erst Mittwochabend mitteilte, ist bereits am Samstag auf den Neffen des 34-jährigen türkischstämmigen Imbissbesitzers, der am 21. September von Neonazis auf dem Bernburger Bahnhof zusammengeschlagen worden war, ein Anschlag verübt worden. Der 18-Jährige wollte am Friedensplatz in Calbe gerade den von ihm und seiner Familie betriebenen Döner-Imbiss verschließen, als bislang unbekannte Täter Schüsse auf ihn abgaben. Die Projektile trafen ihn mehrfach am linken Arm, wodurch er Schmerzen erlitt.

Anschlag erst am Montag gemeldet

Der Vater des Opfers hatte erst am Montagabend die Polizei von dem Anschlag in Kenntnis gesetzt. Der 49-Jährige teilte den Beamten auch mit, dass in der Nacht zuvor Unbekannte einen Feuerwerkskörper im Briefschlitz seines Postkastens zur Zündung gebracht hatten. Sachschaden war dadurch nicht entstanden.

Die Polizei fand nach Aufnahme ihrer Ermittlungen am Döner-Imbiss in Calbe Kunststoffkugeln, „weshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen wird, dass es sich bei dem Abschussgerät um eine Softair-Waffe gehandelt hat“, sagte Sprecher Jörg Methner.

Keine Verbindung der Straftaten

Nach ersten Erkenntnissen der Kriminalpolizei und Aussagen des Geschädigten sieht die Polizei nach eigenen Angaben keinen Zusammenhang zwischen der Prügelattacke in Bernburg und dem Angriff in Calbe.

Bei der Auseinandersetzung auf dem Bahnhof der Kreisstadt hatte ein 34-Jähriger schwerste Verletzungen erlitten, drei Tatverdächtige sitzen seitdem in U-Haft.


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