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14-jähriger Epilepsiepatient aus Wiendorf : Viel Zuspruch über Facebook

Das Pharmaunternehmen UCB, hier ein Blick in seine Produktionsstätte in Monheim (Nordrhein-Westfalen), stellt beide Epilepsie-M

Das Pharmaunternehmen UCB, hier ein Blick in seine Produktionsstätte in Monheim (Nordrhein-Westfalen), stellt beide Epilepsie-Medikamente her. Beide sollen auch weiterhin produziert und verkauft werden.

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dpa

WIENDORF -

Kein anderer Beitrag ist auf den MZ-Facebookseiten in den vergangenen Wochen so oft geteilt und kommentiert worden, wie der Artikel über den an Epilepsie erkrankten 14-jährigen Sascha Wachsmuth aus Wiendorf. Da die Krankenkasse DAK lediglich die Kosten für ein Generikum übernimmt, welches bei dem Jungen jedoch nicht wirkt, zahlen seine Eltern monatlich 300 Euro aus eigener Tasche dazu, damit ihr Kind das Original nehmen und anfallsfrei leben kann.

Auf den Facebook-Seiten der MZ erfährt die Familie dafür viel Zuspruch. Mehr als 270 Personen haben den Beitrag bereits geteilt; rund 90 Mal wurde er kommentiert. Die Äußerungen reichen von „Frechheit“, „Riesensauerei“ und „Wahnsinn“ über „unglaublich“ und „traurig“ bis hin zu „ohne Herz“. Der Tenor ist immer derselbe: Keiner kann die Entscheidung der Krankenkasse nachvollziehen.

Ermutigungen ausgesprochen

Mit so vielen Reaktionen hat die Familie nicht gerechnet. „Es ist unglaublich“, sagt Uta Wachsmuth, „mich haben die Leute sogar direkt angeschrieben.“ Dafür bedankt sie sich auch öffentlich - mit einem Facebook-Eintrag: „Vielen Dank an all diejenigen, die unseren Artikel so fleißig geteilt und positiv kommentiert haben!“

Etliche Leser hinterlassen ermutigende Botschaften oder drücken ihr Unverständnis für die DAK-Entscheidung aus. So schreibt Bianka Kranawetter: „Wenn es ein Medikament gibt, was hilft und es abgelehnt wird von der Krankenkasse, ist das für mich unterlassene Hilfeleistung.“ Ähnlich sieht es Cordula Siemon: „Ich finde, das ist eine Schande, dass diese Medikamente nicht übernommen werden, egal welche. Wir zahlen doch alle feste Beiträge. Wo sind wir nur hingeraten?“ Eine Frage, die sich auch Nadine Si. stellt: „Ich kann sowas einfach nicht verstehen! Wir zahlen unsere Beiträge und dann scheitert es daran, einem Menschen das Leben durch ein Medikament zu erleichtern? Ich hoffe sehr, dass das Gericht zu Gunsten des Jungen entscheiden wird. Denn jeder Anfall, den man verhindern kann, trägt zu einem positiven Leben bei.“

Spendenbereitschaft geäußert

Unter den Kommentatoren finden sich zudem Leidensgenossen. „Jul Ia“ schreibt: „Ich nehme dieses Medikament seit acht Jahren, keine Probleme. Hatte einmal aus Versehen ein anderes Präparat mit angeblich den gleichen Stoffen erhalten und habe sofort Nebenwirkungen gemerkt.“ Christian Kretschmar kennt Keppra ebenfalls. „Es gibt das Medikament mit dem gleichen Namen und Wirkstoff wesentlich billiger von einer anderen Firma. Bisher bin ich anfallfrei geblieben, zum Glück, muss aber auch sagen, dass es eine Sauerei ist von den Kassen, gerade bei Krankheiten wie Epilepsie so fahrlässig umzugehen, denn nicht jeder Körper reagiert gleich. Ich wünsche den Eltern Kraft, ebenso dem Jungen.“

Wütend und sprachlos zeigt sich auch Alexander Sielmon: „Man sollte nicht mit Leben anderer spielen, nur weil man Geld sparen möchte! Liebe DAK, es geht hier dazu noch um ein Kind!“ Er geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich würde spenden, falls es nicht klappt! Auch wenn ich nicht so viel spenden kann, aber wenn viele auch nur ein bisschen geben, dann wird es am Ende vielleicht viel!“ (mz)


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