Vorlesen

Strafenkatalog: Wer nur ein Guckloch kratzt, muss zahlen

Uhr | Aktualisiert 29.11.2012 12:18 Uhr
Durchblick: Eiskratzen gehört für viele Autofahrer zum Winter. (ARCHIVFOTO: DPA) 
Von
Ein kleines Guckloch in der vereisten Frontscheibe des Autos? Ein Unfall mit Sommerreifen auf verschneiten Straßen? Früh mal eben den Motor laufen lassen, bis der Innenraum warm ist? Wer in der kalten Jahreszeit die Regeln nicht beachtet, für den kann es teuer werden. Die MZ beantwortet wichtige Fragen.
Drucken per Mail
Merseburg/MZ. 

Müssen die Scheiben an Fahrzeugen komplett eisfrei sein?

Laut Straßenverkehrsordnung ist ein Fahrzeugführer dafür verantwortlich, dass die Sicht nicht beeinträchtigt ist. Wie diese Bestimmung ausgelegt wird, hängt sicher auch von der Großzügigkeit der jeweiligen Polizeikontrolle ab. Fakt ist, wer nur kleine Schießscharten kratzt, zahlt zehn Euro. Ist ein Unfall auf eine beeinträchtigte Sicht zurückzuführen, drohen 120 Euro sowie drei Punkte in Flensburg. Schneebretter müssen von den Fahrzeugdächern runter.

Welche Strafen drohen, wenn man einen Unfall verursacht, weil das Fahrzeug ins Rutschen kam?

Jeder muss das Tempo beim Fahren den Verhältnissen so anpassen, dass er die Gewalt über das Fahrzeug nicht verliert. Nach einer Gerichtsentscheidung kann bei extremen Bedingungen auch Tempo 20 zu hoch sein. Der Bußgeldkatalog sieht vor, dass Verkehrsteilnehmer mit 100 bis 145 Euro und drei Punkten sanktioniert werden können, wenn sie auf Eis und Schnee zu schnell fahren.

Wird die Polizei die Einhaltung der Winterreifenpflicht kontrollieren?

Laut Aussage von Jürgen Müller, dem Sprecher des Polizeireviers im Saalekreis, soll es zumindest in diesen Tagen keine speziellen Kontrollen geben. Allerdings werden die Beamten je nach Witterung bei Unfällen sehr wohl darauf achten, welche Bereifung auf den beteiligten Fahrzeugen aufgezogen ist. Wer bei Eis und Schnee erwischt wird, ohne dass er mit Winterbereifung unterwegs ist, zahlt 20 Euro. Ist ein Fahrzeug mit Sommer-Pneus aber in einen Unfall verwickelt, werden 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Welche Tipps für den Winter geben Automobilclubs wie der ADAC?

"Generell können wir allen nur raten, mehr Zeit für den Weg zur Arbeit einzuplanen", sagt Andreas Hölzel, Sprecher beim ADAC. Im Auto sollte man jetzt immer einen Spaten und eine Decke dabeihaben. "Es ist zudem besser, den Tank des Autos nie leer zu fahren. Steckt man nämlich im Stau oder auf einer zugewehten Straße fest, benötigt man eine Kraftstoff-Reserve, um den Motor am Laufen zu halten."