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Kfz-Versicherungen: Neue Einstufungen haben Einfluss auf Beiträge

Uhr | Aktualisiert 30.09.2012 22:35 Uhr

Die Beiträge zur Kfz-Versicherung werden jedes Jahr neu berechnet und hängen auch vom Fahrzeugtyp ab. (FOTO: DPA)

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Nun hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft auch das neue Typklassenverzeichnis veröffentlicht. Die neuen Einstufungen haben Einfluss auf die Beiträge im neuen Jahr. Für Autos, die oft in Unfälle verwickelt waren, wird es teurer.
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Halle (Saale)/MZ. 

Nun hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft auch das neue Typklassenverzeichnis veröffentlicht. Es dient - wie die bereits zuvor bekannt gegebene Regionalklassenstatistik - den Versicherern als ein Kriterium für die Festlegung der künftigen Beiträge für die Kfz-Versicherung. Das Fazit des Verbandes: Ein Drittel der Fahrzeuge wird umgestuft, deren Halter müssen ab Jahresbeginn mit höheren oder können mit niedrigeren Ausgaben für Haftpflicht und Kasko rechnen. Das Internet-Vergleichsportal "Check 24" hat ausgerechnet, dass Versicherungsnehmer ab 2013 im ungünstigsten Fall bis zu 500 Euro im Jahr mehr bezahlen müssen. Das, so meinen Versicherungsexperten, träfe aber für Autofahrer in Sachsen-Anhalt nicht zu, da hier die Regionalklassen weitgehend unverändert geblieben sind. Das Horrorszenario beträfe nur Autofahrer, die von gravierenden Umstufungen in der Regional- und Typklasse betroffen sind.

"Die Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider", erklärt Christian Lübke, Pressesprecher beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wurden mit einem Autotyp weniger Schäden gegenüber den Vorjahren gemeldet und entschädigt, wird das Modell in eine niedrigere Typklasse eingestuft. Umgekehrt funktioniert es genauso.

Um die Typklasse eines Autos exakt zu bestimmen, analysiert der GDV jedes Jahr die Schadenbilanzen der Fahrzeugtypen, "das sind rund 22 000 verschiedene Automodelle", sagt Lübke. Die Typklassenstatistik sei für die Versicherungsunternehmen zwar unverbindlich, sie würde von den meisten aber als ein Baustein für die Beitragsberechnung hinzugezogen. In der Regel gelten die Einstufungen ab 2013, für Neuverträge können sie laut Lübke sofort genutzt werden.

Die Typklasse in der Kfz-Haftpflichtversicherung wird in erster Linie von der Fahrzeugart und der Fahrweise der Nutzer beeinflusst. Ganz allgemein gilt: Je größer und leistungsstärker und je öfter ein Auto in einen Unfall verwickelt ist, desto höher ist die Typklasse, desto teurer ist die Autoversicherung. In der Kaskoversicherung werden neben Verkehrsunfällen auch Autodiebstähle, Brände oder Glasschäden berücksichtigt - je mehr die Statistik davon aufweist, desto teurer wird die Kasko. In der Kfz-Haftpflicht gibt es 16 Typklassen (10-25), in der Vollkasko 25 (10-34) und in der Teilkasko 24 (10-33).

Insgesamt betreffen die Typklassen-Veränderungen 32 Prozent aller Autobesitzer in der Kfz-Haftpflichtversicherung, 38 Prozent in der Vollkasko und 34 Prozent in der Teilkasko. "In den meisten Fällen klettert die Typklasse jedoch nur um eine Stufe nach oben oder unten", sagt Lübke. Dennoch gibt es Ausreißer. Den größten Sprung in der Kfz-Haftpflicht macht das Cabrio von Opel, der Astra T98 / C. Er verbessert sich um vier Klassen und rangiert jetzt in der 17. Der Mittelklassewagen Toyota Avensis Kombi 1.8 (T27) wird ebenfalls günstiger. Er macht einen Sprung um drei Stufen in die 14. Der Kompaktvan Renault Scenic 1.4 T, 96 kW (JZ) verteuert sich dagegen. Er klettert um drei Klassen nach oben und landet jetzt in der 18. Ebenfalls um drei Klassen nach oben geht es für den den Nissan Pixo 1.0 mit 50 kW. Er wird in der 19 eingestuft.

Auch bei der Kasko gibt es dem GDV zufolge Gewinner und Verlierer. Während einzelne Modelle von Mercedes, Audi und Toyota Boden gut machen, verteuern sich Typen von Honda und Opel.

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