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Angst vor Geisterfahrern: Viele Deutsche fürchten Falschfahrer

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 09:59 Uhr
Der Albtraum eines jeden Autofahrers: Plötzlich naht ein Falschfahrer. (FOTO: ALLIANZ) 
Immer wieder verursachen Geisterfahrer auf Autobahnen schwere Unfälle. 69 Prozent der Befragten einer aktuellen Umfrage empfinden Angst als Fahrer oder Beifahrer auf Autobahnen und fordern einen besseren Schutz.
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Halle (Saale)/MZ/DPA/DMN. 

Nach einer Serie von folgenschweren Unfällen von Geisterfahrern hat sich die Mehrzahl der Deutschen für bessere Warnhinweise und mehr Schutz ausgesprochen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 69 Prozent der Befragten an, sie hätten auf deutschen Autobahnen persönlich als Fahrer oder Beifahrer Angst vor Falschfahrern.

Sinnvoll wären nach Überzeugung von 70 Prozent große Warnschilder mit der Aufschrift „Stop Falsch“, wie es in Österreich üblich ist. Metallkrallen an Autobahn-Auffahrten, die nur in eine Richtung überfahren werden können, befürworten laut YouGov 59 Prozent der Deutschen. Für bessere Bodenmarkierungen an den Autobahnauffahrten sprachen sich 39 Prozent aus.

Ramsauer für Warntafeln

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte sich kürzlich für Warntafeln ausgesprochen, um Falschfahrer zu stoppen. Sie sollten deutschlandweit an Unfallschwerpunkten aufgestellt werden - auch wenn sich nicht alle Falschfahrer so aufhalten ließen. Nach Ramsauers Angaben wurden allein im vergangenen Jahr rund 1800 Geisterfahrten gemeldet.

Zuletzt waren am Neujahrstag auf der Autobahn 1 in der Nähe von Bremen zwei Menschen ums Leben gekommen, als ein Sattelzug in falscher Richtung auf die Autobahn gefahren war. Ende Dezember verursachte ein Geisterfahrer auf der A52 im nördlichen Ruhrgebiet einen Unfall mit zwei Toten, im November starben sechs Menschen auf der Autobahn 5 nahe Offenburg bei einem Unfall mit einem Falschfahrer.

Welche Autobahnen sind besonders gefährdet?

Kurze Autobahnabschnitte bergen offenbar das größte Risiko, auf einen Geisterfahrer zu treffen oder selbst falsch aufzufahren. Dies zeigt eine ADAC-Auswertung aller Falschfahrermeldungen der Jahre 2010 und 2011.

Lesen Sie hier einen weiterführenden Artikel zu den gefährlichsten Autobahn-Abschnitten. (Hier klicken.)

Was tun bei Falschfahrern?

Liegt eine Verkehrsmeldung über einen Geisterfahrer im eigenen Streckenabschnitt vor, „würde ich bei der nächsten Gelegenheit diese Straße verlassen, um mich nicht länger auch nur der potentiellen Gefahr auszusetzen“, rät Hannelore Herlan, Sprecherin der Deutschen Verkehrswacht.

Hat man die Autobahn verlassen oder einen Rasthof angefahren, kann man dort abwarten, bis der Verkehrsfunk Entwarnung gibt. Lesen Sie hier weitere Verhaltenstipps für den Fall eines entgegenkommenden Falschfahrers. (Hier klicken.)

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