Bürgermeister Peter Rietsch (Freie Bürger Giersleben - Wählergemeinschaft) fand am Nachmittag vor zahlreichen Anwohnern entsprechend lobende Worte: "Im Jubiläumsjahr den Deich erhalten zu haben, ist das schönste Geschenk für den Ort überhaupt." Im Sommer hatte die Gemeinde ihre 1075-Jahr-Feier.
Kosten von 1,1 Millionen Euro
Erst in der vergangenen Woche wurden laut Rietsch die Arbeiten am 1,4 Kilometer langen Deich abgeschlossen. Baubeginn war im August. Die Kosten betrugen etwa 1,1 Millionen Euro. Verantwortlich für den Bau war der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Nach der Fertigstellung in Giersleben sind jetzt insgesamt 26 Kilometer Deich an Wipper, Liethe und an der Flutmulde in Osmarsleben erneuert worden. Die Gesamtkosten dafür betragen laut LHW 20 Millionen Euro.
Während der Arbeiten wurden etwa 20 000 Kubikmeter Erde - vor allem Lehm und Ton - bewegt. Außerdem wurden zwei Siebe und eine Pumpstation, die sich direkt neben der Wipperbrücke befindet, errichtet. Eine Fußgängerbrücke wurde um einen halben Meter angehoben. Der Dammfuß ist etwa zwölf Meter breit.
Wie wichtig der Deich für die Anwohner ist, beschrieb Grit Watermann am besten. "Ein überwältigendes Gefühl. Der ständige Gedanke an das Hochwasser war wirklich beängstigend." Die Gierslebenerin wohnt nur ein paar Meter von der Wipper entfernt. 1994 hatte auch sie Schäden zu beklagen. Selbst eine ehemalige Dorfbewohnerin kam extra zur Eröffnung. Ingrid Albrecht lebt seit Jahren in Magdeburg, sei mit dem Herzen aber immer hier geblieben. Sie hat extra andere Termine abgesagt, um dabei sein zu können.
Zwei mobile Pumpen zusätzlich
Laut Helmut Zander, Chef der Wasserwehr in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper, müssen jetzt aber noch zusätzlich zwei mobile Pumpen angeschafft werden, um Wasser aus dem Dorf in die Wipper pumpen zu können, wenn die beiden Deichdurchgänge geschlossen sind. Das wird dann der Fall sein, wenn die Wipper deutlich mehr Wasser führt als derzeit. Diese Pumpen seien allerdings im Haushaltsentwurf der Verbandsgemeinde für das nächste Jahr berücksichtigt. Die Kosten betragen laut Zander pro Stück etwa 3 000 Euro. Sie sollen in Giersleben stationiert werden.