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Salzlandkreis: Gibt es einen Brandstifter in Wilsleben?

Uhr | Aktualisiert 01.01.2013 17:13 Uhr
Die Feuerwehrleute aus Wilsleben, Winningen und Aschersleben konnten ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern. (FOTO: FRANK GEHRMANN) 
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In Wilsleben ist eine Scheune fast vollständig abgebrannt. Das Gebäude in der Schulstraße ist am Sonntagabend in Flammen aufgegangen - nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der es vor vier Wochen schon einmal gebrannt hatte.
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Wilsleben/MZ. 

In Wilsleben ist eine Scheune, in der Hühner und Enten untergebracht waren, fast vollständig abgebrannt. Das Gebäude in der Schulstraße ist am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr in Flammen aufgegangen - nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der es vor vier Wochen schon einmal gebrannt hatte.

Die Wilsleber Feuerwehrleute werden über die Leitstelle alarmiert. Die innerörtliche Alarmierung, die normalerweise zusätzlich dafür sorgt, dass die Kameraden zum Einsatz gerufen werden, funktioniert nicht. Ob an der Anlage manipuliert worden ist, wie es zunächst als Gerücht die Runde macht, dazu möchte sich Einsatzleiter Friedhelm Anders einen Tag nach dem Brand nicht äußern. "Das wird die Polizei untersuchen", sagt er. Tatsächlich hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Ortsbürgermeister Holger Behrens bestätigte auf Anfrage, dass der Brandmelder im alten Gemeindebüro zerstört wurde. "Auch wenn die Ereignisse nicht zusammenhängen müssen, zeigt es doch, wes Geistes Kind Menschen sind, die so was machen", sagte er.

Während die Feuerwehrleute aus Wilsleben, Winningen und Aschersleben damit beschäftigt sind, zu löschen und ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Grundstücke zu verhindern, sammeln sich viele Wilslebener in der Nähe des Geschehens. "Das ist 'ne heiße Gegend hier", sagt ein Mann, der sich zu den Umstehenden gesellt. Er spielt damit auf den Brand an, der am 24. November ein Stallgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft in Schutt und Asche gelegt hatte. Nicht nur Monika Mallon, der damals Betroffenen, stehen beim Anblick des Feuers die Bilder des Geschehens vom November wieder deutlich vor Augen. In ihrem Fall sei eindeutig Brandstiftung festgestellt worden, berichtet sie. Bei dem Feuer sind Kaninchen und Hühner umgekommen, was besonders ihre beiden Kinder, fünf und 14 Jahre alt, sehr mitgenommen habe. "Da kriegt man schon Angst", sagt sie, während sie die Löscharbeiten verfolgt. Auch andere Einwohner vermuten, dass hier ein Feuerteufel sein Unwesen treibt. "Wer macht sowas bloß?" Diese fassungslose Frage ist immer wieder zu hören an diesem späten Sonntagabend.

Das Mitleid der Wilslebener gilt nun vor allem den beiden diesmal betroffenen Grundstückseigentümern, einem alten Paar. Sie ist 87 Jahre alt, ihr Partner 73. "Die beiden werden das nicht verkraften", sagt eine Frau kopfschüttelnd. Das Paar lebt in bescheidenen Verhältnissen "und hat noch nie irgendjemandem was getan", sagt Frau Mallon. Die beiden werden von Rettungskräften betreut und schließlich mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Die Feuerwehrleute haben den Brand nach etwa eineinhalb Stunden gelöscht. Was ihre Arbeit auch diesmal wieder erschwert, sind die langen Wegstrecken, die sie mit ihren Schläuchen überwinden müssen, um an ausreichend Wasser zu kommen. Denn das veraltete Ortsnetz in Wilsleben hat zur Folge, dass die Hydranten zum größten Teil nicht nutzbar sind. Die Wassermenge reicht nicht aus. Die Feuerwehrleute greifen auf einen Löschwasserbehälter am Depot zurück bzw. nutzen für die Erstbekämpfung die Tanklöschfahrzeuge. Als das Feuer gelöscht ist, reißen sie mit Äxten die Trümmer ein, um vorhandenen Glutnestern keine neue Nahrung zu geben. Zum Glück hat sich der Wind vom Nachmittag am Abend gelegt. "Bloß gut, die Häuser stehen ja hier dicht an dicht", sagt Christine Schmidt, eine Nachbarin. Auch sie hat Angst und hofft, dass die Brände in Wilsleben nicht zur Serie werden. Auch wenn die Flammen relativ schnell unter Kontrolle sind und zügig gelöscht werden können, zieht sich der Feuerwehreinsatz noch bis gegen 2 Uhr hin. Nachdem die Kameraden aus Aschersleben und Winningen abziehen, setzen die Wilslebener noch eine Feuerwache ein.

Ob und wie viele Tiere ihr Leben in den Flammen lassen mussten, war bis Montag noch nicht bekannt. Behrens sprach jedoch davon, dass einige Hühner gerettet werden konnten, um die sich nun ein Nachbar kümmert. Der Schaden wird auf etwa 6.000 Euro geschätzt.

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