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Asylsuchende im Salzlandkreis: Wohnraum für Flüchtlinge gesucht

Unterkunft

Die Unterkunft in Aschersleben platzt aus den Nähten.

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Marion Pocklitz

Aschersleben/MZ -

Sie kommen vom Balkan, aus West- und Zentralafrika, aus Syrien, aus dem Iran, Irak oder der Türkei. Die Flüchtlingsströme wachsen - auch im Salzlandkreis. Der ist im kommenden Jahr verpflichtet, fast zehn Prozent aller Asylsuchenden bzw. abgelehnten Asylbewerber aufzunehmen; bisher waren es neun Prozent.

Das klingt nicht viel, dennoch ist es eine Herausforderung für die zuständigen Behörden. Bis zum 30. November waren 659 Personen unterschiedlicher Nationalität im Landkreis untergebracht. Nach Schätzungen sind im kommenden Jahr noch einmal 680 Personen zusätzlich aufzunehmen. „Im Moment sind wir an den Grenzen unserer Kapazität“, bekennt Petra Czuratis, Fachbereichsleiterin für Soziales.

Fast die Hälfte der Flüchtlinge ist in den drei Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, die im Landkreis eingerichtet wurden: zwei in Bernburg und eine in Aschersleben. Die Kapazität in Aschersleben ist mit 133 Bewohnern - überwiegend junge Männer - erschöpft. Vor allem Familien sind in Wohnungen untergebracht worden. Mit Blick auf das kommende Jahr stand die Frage, ob es sinnvoll ist, eine weitere Gemeinschaftsunterkunft einzurichten oder ob es besser ist, die Menschen dezentral unterzubringen.

Zusammenwohnen mit Konfliktpotenzial

Bei einer zentralen Unterbringung sei es einfacher, sich um die Menschen zu kümmern. Dennoch berge das Zusammenwohnen von Menschen unterschiedlicher Nationalität und Religion oft Konfliktpotenzial . „Wir haben uns dafür entschieden, mittelfristig Wohnungen anzumieten und auszustatten“, erklärt Czuratis. Eine punktgenaue Planung sei schwierig. „Im Moment ist es so, dass mehr Menschen bleiben als wieder gehen. Das kann in einem halben Jahr ganz anders aussehen“, sagt sie.

Die Behörde versucht, die Flüchtlinge flächendeckend über den Landkreis zu verteilen. Angemietet werden die Wohnungen zurzeit in Staßfurt, Calbe und Schönebeck - also in Orten, die keine Gemeinschaftsunterkunft haben. Die Wohnungsgesellschaften seien dem Landkreis bei der Suche nach geeignetem Wohnraum sehr entgegengekommen. „Aber 15 bis 20 Wohnungen an einem Standort, das hatten wir so bisher noch nicht“, sagt Petra Czuratis.

Standortkoordinator im Einsatz

Zudem sei im Bereich Staßfurt ein Standortkoordinator eingesetzt worden, der sich vor Ort um die Belange nicht nur der künftigen Bewohner, sondern auch der anderen Mieter kümmert. „Es geht um Information und um Akzeptanz. Und vor allem geht es darum, keine Brennpunkte zu schaffen“, sagt Thomas Michling, Fachdienstleiter Zentrale Steuerung. „Wir können an den Flüchtlingsströmen sowieso nichts ändern“, sagt er. Und es sei auch nicht Sache des Landkreises zu bewerten, aus welchen Gründen die Betroffenen ihre Heimat verlassen haben. „Wir müssen die Menschen adäquat und menschenwürdig unterbringen, und das machen wir.“

Derweil bemüht sich der Verein für Integrationshilfe Sachsen-Anhalt, insbesondere die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Aschersleben zu unterstützen. Gemeinsam mit der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalekreis wollen sie den Asylbewerbern bei Alltagsproblemen helfen.


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