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Aschersleben: Tag der offenen Tür in der Albert-Schweitzer-Schule

Uhr | Aktualisiert 16.01.2013 23:04 Uhr
Kunstunterricht. (FOTO: MZ) 
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Philipp lässt nichts auf seine Schule kommen. Besonders gefallen ihm die Außenanlagen: Fußball- und Basketballfeld, Funcourt, Skaterbahn und "Lümmelbänke", zählt er stolz auf. Der Sechstklässler aus der Ganztagsschule "Albert Schweitzer" darf am Donnerstag die Besucher in Empfang nehmen und sie bei Bedarf dorthin führen, wo sie hin möchten.
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Aschersleben/MZ. 

Es ist Tag der offenen Tür, hinter den meisten Schultüren ist noch Unterricht, Arbeitsgemeinschaft oder Hausaufgabenbetreuung, in einem Raum probt der Chor. "Wir haben diesmal ganz bewusst schon ab 13 Uhr eingeladen", erklärt Schulleiterin Kathrin Jelitte, "damit die Eltern direkt beim Unterricht dabei sein können." Und wenn Eltern berufstätig sind und so früh nicht können? Kein Problem, versichert sie, bei Bedarf wird auch individuell und außerhalb des Tages der offenen Tür beraten. Es sind vor allem die Eltern von Kindern der vierten Klassen, die das Angebot nutzen. Denn für ihre Kinder steht der Wechsel in die Sekundarschule an.

Philipp zeigt derweil stolz den Technikraum. Hier sitzen die Jungen und Mädchen einer neunten Klasse an den Rechnern. Lehrer Torsten Wahl erklärt die Vor- und Nachteile von Wasserkraftwerken. Ein paar Meter weiter ist Kunstunterricht in einer zehnten Klasse. Anna hat sich als "Modell" zur Verfügung gestellt. Sie steht auf einem Stuhl und demonstriert die Bewegung von Sportlerfiguren, während Kunstlehrerin Birgit Schrinner erklärt, wie sich in der Bewegung die Körperachse verschiebt. In einem anderen Raum ist selbstständiges Arbeiten gefragt. Hier ist kein Unterricht, vielmehr stehen betreute Hausaufgaben an. "Wenn die Schüler gegen 15.30 Uhr nach Hause fahren, dann ist alles Schulische erledigt", erklärt die Schulleiterin, wissend, dass viele Eltern diese Stringenz als großen Vorteil der Ganztagsschulbetreuung sehen. Zudem biete sie die Möglichkeit, die Klassenverbände auch mal aufzulösen, Förderunterricht einzubauen und auf die Neigungen der Schüler individuell einzugehen.

451 Mädchen und Jungen lernen hier zurzeit. 24 davon sind in irgendeiner Weise gehandicapt - geistig oder körperlich.

Philipp würde gern noch den "Trainingsraum" zeigen. Trainingsraum? Nein, sportlich trainiert wird hier nicht. Auch wenn ein Boxsack hier hängt als Mittel gegen unbändige Wut. Der freundlich mit vielen Grünpflanzen gestaltete Raum ist eher ein verordneter Rückzugsort. "Nach drei Ermahnungen wird der Schüler aufgefordert, in den Trainingsraum zu gehen. Es geht darum, ihn runterzubringen und ihn zum Nachdenken anzuregen", erklärt Regina Schäfer. "Ich habe immer eine Packung Tempotaschentücher in der Schublade, und manchmal braucht der Schüler die auch", sagt sie. Es geht um Aufarbeitung, und manchmal fließen dabei eben auch Tränen der Wut, der Enttäuschung oder der Reue. "Wir machen das seit drei Jahren, und es wirkt", freut sich die Lehrerin.

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