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Aschersleben: Ein Glücksschwein namens Schnitzel

Uhr | Aktualisiert 30.12.2012 19:55 Uhr
Das Schwein von Kevin Grimm heißt zwar Schnitzel, zu einem solchen wird es aber nicht verarbeitet. (FOTO: FRANK GEHRMANN) 
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Der Ascherslebener Kevin Grimm hat einen ganz persönliches Glücksschwein. Dem hat er auch noch den passenden Namen "Schnitzel" gegeben. Sein Schwein aber dazu zu verarbeiten, auf den Gedanken kommt Grimm nicht.
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Aschersleben/MZ. 

Aberglaube oder Wahrheit? Wer am Silvesterabend Linsen isst, hat im kommenden Jahr genug Geld in den Taschen. Misteln schützen nach dem deutschen Volksglauben vor Hexen. Und ein Kuss zweier Liebender unter einem Mistelzweig gilt als gutes Omen für eine baldige Hochzeit des Paares. Auch ein Schwein gilt als Glücksbringer und noch dazu als Fruchtbarkeitssymbol. Deshalb sollte zu Neujahr Schweinefleisch gegessen werden, damit man im kommenden Jahr Glück hat.

Kevin Grimm hat deshalb vorgesorgt. Nicht nur, dass es auf dem elterlichen Grundstück, auf dem er ebenfalls zu Hause ist, ein paar Schweine gibt und er nach Herzenslust Schweinefleisch essen könnte. Nein , der Ascherslebener hat ein ganz persönliches Glücksschwein. Nicht aus Porzellan, sondern aus Fleisch und Blut. Sein Name ist "Schnitzel". "Zu diesem wird er natürlich nie verarbeitet", erklärt er lächelnd und findet: "Somit hat das Schwein Schwein gehabt."

Und Schnitzel hatte wirklich schon enormes Glück in seinem erst kurzen Leben. Im Januar 2012 kam das Minischwein zur Welt. Wurde von seiner Mutter Julchen zusammen mit einigen Geschwistern heimlich auf die Welt gebracht. Auch Vater Babe lüftete nicht durch lautes Grunzen mitten in der Nacht dieses freudige Ereignis. So starben die kleinen Schweinchen in der Kälte des Stalls. Mit Ausnahme von Schnitzel. "Ich fand das Schweinchen, übrigens ein Mädchen, erst am nächsten Tag, als ich von der Arbeit kam. Der niedliche Vierbeiner hätte keine Chance gehabt, hätte ich ihn nicht mit ins Haus genommen und mit der Flasche großgezogen", vermutet der Ascherslebener. Und so übernahm Kevin spontan die Vaterrolle.

Das störte den Single nicht. Denn Schweine bringen bekanntlich Glück und dieses nun auch noch Abwechslung in sein Leben. 200 Gramm wog das Ferkel bei der Geburt und war damit so groß wie ein Schnitzel. "So ist der Name doch ganz passend", findet der Ascherslebener.

Ganz bequem konnte das Minischwein damals von A nach B getragen werden. Knapp zwölf Monate später muss der "Schweinepapa" ganz schön schleppen. Denn jetzt bringt sein Glücksschweinchen 30 Kilogramm auf die Waage. Auch aus dem Haus der Familie, in dem neben dem Bett von Kevin Grimm ein Körbchen stand, musste der Vierbeiner mittlerweile wieder ausziehen. "Sie hat ganz schönen Unsinn angestellt", erinnert sich Kevin Grimm. Besonders die Einkaufstüten waren nicht sicher vor ihr. Hat man nicht richtig aufgepasst, waren die Einkäufe schneller ausgepackt, als die Hausbesitzer es wollten. "Am Anfang habe ich sie auch überall mit hingenommen, außer auf Arbeit. Denn als Baby brauchte sie natürlich auch regelmäßig ihr Futter. Da hat sie alle vier bis fünf Stunden Katzen- oder Hundemilch bekommen", verrät er. Ohne die Hilfe seiner Eltern hätte er diese Versorgung nicht hinbekommen. Und natürlich auch nicht ohne deren Verständnis für das neugierige Schwein, das sich im Haus sehr wohl gefühlt hat. Mit einem halben Jahr hat Kevin Grimm ihr dann aber doch die Wohngemeinschaft gekündigt und ihr einen neuen Stall gebaut. Dort und natürlich auf dem großen Hof war sie fortan zu Hause. Ihre "Brüder", die große Dogge Dodo und der Mischlingsrüde Stifter , zeigten ihr, wie man auf das Grundstück aufpasst. Und so mancher Kumpel musste zusehen, dass das Schwein ihn nicht vom Grundstück verjagt. "Schnitzel hatte eine glückliche Kindheit und sie war schlimmer als ein Wachhund."

In ihrem Stall fühlt sich die Schweinedame mittlerweile zu Hause und sauwohl. Und wenn der "Papa" vorbeischaut, dann kann sie sich ein fröhliches Grunzen nicht verkneifen. Neugierig verfolgt sie sein Tun dann mit Blicken durch den Zaun. Streicheleinheiten gibt es natürlich täglich. Und dann sind wieder alle glücklich. Der Schweinevater Kevin und natürlich Schnitzel - sein ganz privates Glücksschwein.

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