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Tendenzen sichtbar werden lassen

Das Projekt zur Erfassung rechtsextremer Erscheinungen im Burgenlandkreis wird in Regie des Trägerwerks Stadtjugendring mit neuen Schwerpunkten weitergeführt.

Tendenzen sichtbar werden lassen

VON CONSTANZE MATTHES

NAUMBURG - Das Trägerwerk Stadtjugendring Naumburg hat das sogenannte Monitoring-Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes Burgenlandkreis übernommen. Der Verein setzt damit die bisherige gemeinsame Arbeit des Vereins Miteinander Halle, des Frauen- und Kinderschutzvereins Zeitz (Fukz) und des Simon Rau-Zentrums Weißenfels fort.

Die Initiative nahm 2008 im Rahmen des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut - Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" ihre Arbeit auf mit dem Ziel, rechtsextreme Aktivitäten und Erscheinungen in der Region aufzuzeichnen.

Fragebogen für Schulen

"Diese Chronik soll weiterhin die Basis bilden, um Handlungsstrategien zu entwickeln", erklärte Antje Weiser. Die Mitarbeiterin des Vereins und Chefin des Naumburger Jugendzentrum "Otto" übernimmt die Regie des Projektes, das nicht nur mit einem neuen Träger eine Fortsetzung fin-det. "Es gibt auch neue Schwerpunkte", sagte die 30-Jährige. So sollen vor allem Schulen in den Blickwinkel der Aufmerksamkeit rücken. Ausgangspunkt seien die Ergebnisse der U-18-Wahl, die im Vorfeld der Landtagswahl in Naumburg, Weißenfels, Lützen und Bad Bibra stattgefunden hatten. Dabei konnte die NPD in drei Städten dreistellige Werte - so in Naumburg 12,8 Prozent, in Lützen 24,9 Prozent und in Bad Bibra 27 Prozent - erreichen. Derzeit werde ein Fragebogen erarbeitet, um auf die Problematik hinzuweisen, erklärt Antje Weiser weiter.

Zudem soll eine Fachbibliothek zu den Themen Rechtsextremismus und Demokratie aufgebaut und Beratungsangebote bereitgestellt werden. Ein weiteres Ziel ist es, neue Kooperationspartner zu gewinnen. Derzeit unterstützen Polizei und die Netzwerkstelle "Schulerfolg sichern" im Burgenlandkreis die Arbeit der Initiative.

Erwachsenenbildung wichtig

"Es ist wichtig, rechtsextreme Tendenzen nicht nur sichtbar zu machen, sondern sie auch zu belegen. Mittlerweile sind diese in der Mitte der Gesellschaft angekommen, ohne, dass sie hinterfragt werden", betonte die Leiterin des Jugendzentrums. Neben Angeboten für Kinder und Jugendliche spiele deshalb auch die Erwachsenenbildung eine große Rolle.

Finanziell unterstützt wird das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms "Toleranz fördern - Kompetenz stärken", das sich an das drei Jahre währende Programm "Vielfalt tut gut" anschließt. Ein neu gebildeter Begleitausschuss, der mit seinen sieben Mitgliedern über die Verteilung der Fördermittel regelmäßig berät, hatte sich Ende Mai für die Weiterführung des Projektes ausgesprochen.

Antje Weiser



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